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Bodenmarkt Brandenburg

Landkreis wideruft KTG Agrar-Flächendeals

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Norbert Lehmann, agrarheute
am
06.11.2017

Der Landkreis Prignitz hat die Genehmigung eines umstrittenen Flächenverkaufs der insolventen KTG Agrar an den Versicherungskonzern Munich Re zurückgenommen. Das berichtet die Tageszeitung "taz". Die Flächen sollen nun an Landwirte gehen.

Konkret geht es um den Verkauf von 463 Hektar in Brandenburg. Die Flächen waren Teil eines Paketes von rund 2.800 Hektar, die die KTG Agrar an das Unternehmen ATU Landbau übertrug. Die ATU Landbau wiederum war 2015 von der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft (Munich Re) übernommen worden.

Schon bald nach dem Bekanntwerden des Verkaufs war Kritik daran laut geworden, dass die KTG mit der Konstruktion das Vorkaufsrecht ortsansässiger Landwirte zugunsten des Versicherungskonzerns ausgehebelt habe.

Wie die "taz"  berichtet, hat der Landkreis Prignitz Ende September die 2015 erteilte Genehmigung nach dem Grundstücksverkehrsrecht für den Verkauf von 463 Hektar in seinem Zuständigkeitsbereich zurückgenommen.

Behörden fühlen sich getäuscht

Offenbar sind die Behörden zu der Einschätzung gelangt, dass die Firma ATU dazu diente, einen landwirtschaftlichen Betrieb vorzutäuschen. In Wirklichkeit sei es darum gegangen, den Boden an den außerlandwirtschaftlichen Investor Munich Re zu verkaufen. Die Genehmigungen seien darum rechtswidrig.

Die "taz" berichtet unter Berufung auf das Brandenburger Landwirtschaftsministerium, dass Landwirte gefunden worden seien, die einen Teil der Flächen für 5 Millionen Euro kaufen wollten.

Noch ist der Streit um den Flächendeal der KTG aber nicht ausgestanden. Die damaligen Kaufvertragsparteien haben nämlich Rechtsmittel gegen den Widerruf der Genehmigung eingelegt. Das heißt, bis wirklich Landwirte für die fraglichen Flächen als Eigentümer im Grundbuch eingetragen werden, könnte noch einige Zeit vergehen.

Inzwischen prüfen auch die Behörden in Sachsen-Anhalt, ob das Bodengeschäft der KTG mit der Munich Re den rechtlichen Anforderungen entspricht. Derzeit werden die beteiligten Parteien angehört.

Mit Material von taz
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