Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

+++ Corona-Pandemie, aktualisiert: 01.02.2021 +++

Was Landwirte zur Einreise von Saisonarbeitskräften wissen müssen

Saisonarbeiterin bei der Erdbeerernte
am Montag, 01.02.2021 - 09:00 (Jetzt kommentieren)

Die Corona-Pandemie hält Europa weiter fest im Griff. Dennoch brauchen die Landwirte in Kürze wieder ausländische Saisonarbeitskräfte zur Ernte von Spargel, Erdbeeren und vielen anderen Kulturen. Wir haben den aktuellen Stand der Einreiseregeln für Sie zusammengetragen.

Saisonarbeitskräfte können derzeit ungehindert nach Deutschland einreisen. Es bestehen keine Reisebeschränkungen, mit einer Ausnahme für Virusvariantengebiete seit dem 30. Januar 2021.

Aber die Bundesregierung hat Regeln für die Anmeldung und den Nachweis von Corona-Tests festgelegt. Seit dem 14. Januar ist die neue Coronavirus-Einreiseverordnung des Bundesgesundheitsministeriums in Kraft. Außerdem gelten gesonderte Vorschriften für die sogenannte Arbeitsquarantäne.

Negativtest muss innerhalb von 48 Stunden nach der Einreise vorliegen

Saisonarbeitskräfte bei der Einreise nach Deutschland

Zurzeit gilt, wer aus einem Risikogebiet in die Bundesrepublik Deutschland einreist, muss spätestens 48 Stunden nach der Einreise einen negativen Coronatest nachweisen. Der Test darf frühestens 48 Stunden vor der Einreise durchgeführt worden sein. Erlaubt sind ein PCR-Test oder ein Antigen-Schnelltest.

Diese Regelung trifft somit zum Beispiel auf Helfer aus Polen, Rumänien und der Slowakei sowie aus der Ukraine zu. Die jeweils aktuelle Liste der Risikogebiete kann auf den Internetseiten des Robert-Koch-Instituts (RKI) nachgeschlagen werden. Die Kosten für den Test sind vom Einreisenden oder seinem Arbeitgeber zu tragen. Der Test soll auch auf dem landwirtschaftlichen Betrieb von medizinisch geschultem Personal durchgeführt werden dürfen.

Außerdem müssen die Arbeitskräfte ihre Einreise elektronisch anmelden auf der Seite www.einreiseanmeldung.de. Beförderungsunternehmen, die Sammeltransporte organisieren, müssen den Anmeldenachweis kontrollieren.

Einreisende aus besonders betroffenen Regionen, den sogenannten Hochinzidenzgebieten, und aus Gebieten, in dem Virusvarianten aufgetreten sind, müssen schon vor der Einreise ein negatives Testergebnis vorlegen.

Als Virusvariantengebiet gelten Irland und Großbritannien mit Nordirland sowie Südafrika, Portugal und Brasilien. Für diese Länder gilt seit dem 30. Januar bis 17. Februar 2021 ein Beförderungsverbot nach der Coronavirus-Schutzverordnung für den Personenverkehr per Zug, Bus, Schiff und Flug direkt aus diesen Ländern.

Eine Liste der Hochinzidenzgebiete hat das RKI am 24. Januar veröffentlicht. Auch diese Liste wird laufend aktualisiert. Mit Stand 28.1.2021 gelten unter anderem Albanien, die baltischen Republiken, Tschechien, Slowenien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo und Serbien als Hochinzidenzgebiete.

Tipps für die Hygiene an der Arbeit und in der Unterkunft

Neben den Einreisebestimmungen sollten Landwirte auch die Maßnahmen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz gegen Covid-19 kennen. Empfehlungen und Vorgaben fasst die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel zusammen. Umfassende Dokumentationen, praktische Ratgeber bis hin zu Betriebsanweisungen in verschiedenen Sprachen hält außerdem die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) auf ihren Corona-Informationsseiten bereit.

Folgende Maßnahmen sollten danach unter anderem weiterhin beachtet werden:

  • Es gilt das Grundprinzip „Zusammen Wohnen – Zusammen Arbeiten“.
  • Bevor Erntehelfer ihre Tätigkeit aufnehmen, sind feste Arbeitsgruppen von maximal 4 Personen zu bilden. Nur wenn Maschinen und Geräte es erfordern, dürfen die Arbeitsgruppen bis zu 15 Personen umfassen.
  • Bei der Unterbringung der Saisonkräfte sollten diese Arbeitsgruppen eingehalten werden.
  • Abstandsregeln sind zu beachten und ein Mund-Nase-Schutz ist zu tragen.
  • Es sind ausreichende Gelegenheiten für das Händewaschen bzw. -desinfizieren vorzusehen.

Diese Quarantänebestimmungen sind geplant

Die Bundesländer haben in vielen Fällen eigene Bestimmungen für die Arbeitsquarantäne. Zur Orientierung hat der Bund die Muster-Verordnung für Quarantänemaßnahmen geschaffen. Zurzeit bereitet die Bundesregierung eine Aktualisierung der Muster-Verordnung vor.

Es zeichnet sich ab, das Saisonkräfte aus Risikogebieten der 10 Tage währenden allgemeinen Absonderungspflicht nicht unterliegen sollen. Am Arbeitsort sollen aber in den ersten zehn Tagen nach der Einreise gruppenbezogene Hygienemaßnahmen zu ergreifen sein. Besonders einschränkend ist die geplante Auflage, dass die Unterkunft nur zum Arbeiten verlassen werden soll. Die 10-Tage-Frist soll verkürzt werden können, indem ab dem fünften Tag nach der Einreise ein Negativtest erstellt wird.

Für Einreisende aus Virusvarianten-Gebieten wird voraussichtlich keine Ausnahme von der Absonderungspflicht geschaffen werden. Das bedeutet, Helfer aus diesen Gebieten müssten zehn Tage in Quarantäne und dürften in dieser Zeit nicht arbeiten. Ein Kabinettsbeschluss zur Muster-Quarantäneverordnung (MQV) wird in Kürze erwartet.

Sicherheitshalber sollten Sie als Landwirt immer überprüfen, ob in ihrem Bundesland abweichende oder zusätzliche Auflagen gelten.

Das agrarheute Magazin Die digitale Ausgabe Februar 2021
agrarheute digital iphone agrarheute digital macbook
cover_agrarheute_magazin.jpg

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...
Auch interessant