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Bildung

Lust auf Landwirtschaft bei Jugendlichen hält an

von , am
20.10.2011

Oldenburg - Bundesweit erlernten im vergangenen Jahr 38.661 Auszubildende einen der 15 sogenannten "Grünen Berufe".

Über die Hälfte der Familienbetriebe wird im Nebenerwerb geführt. © landpixel
Unter den Ausbildungsberufen im Agrarbereich gelten der Forstwirt mit 1.800, der Landwirt mit über 8.871 und der Gärtner mit 16.239 Auszubildenden in allen Jahrgängen als Klassiker. Eher Exoten hingegen sind die Ausbildungsgänge zur Fachkraft Agrarservice mit 561, oder der Fischwirt mit 237 Auszubildenden bundesweit. Im Vergleich zu 2009 gab es in fast allen grünen Berufen einen Rückgang der Ausbildungszahlen um fast sechs Prozent. Im Westen fiel der Rückgang geringer aus als im Osten mit mehr als 12 Prozent.
 
Voller Sorge beobachtet Thorsten Riggert, der Vorsitzende des Bildungsausschusses im Landvolk Niedersachsen, diese Entwicklung: "In den ostdeutschen Bundesländern zeigt sich der demographische Wandel bereits deutlich in der Ausbildungsstatistik und schlägt natürlich auch auf die Bundesstatistik durch. In Niedersachsen sind wir davon noch nicht betroffen."

Ausbildungszahlen bleiben konstant

Tatsächlich sind die Auszubildendenzahlen in den grünen Berufen in Niedersachsen mit aktuell 6.269 Auszubildenden auch 2011 konstant. In vielen Berufen konnte im neuen Ausbildungsjahr sogar ein leichter Zuwachs beobachtet werden. Hier führen ebenfalls die Landwirte mit 1.788 und die Gärtner mit 1.812 Auszubildenden die Statistik an. Die Ausbildung in der Hauswirtschaft, die in der niedersächsischen Statistik anders als auf Bundesebene nicht auf die ländliche Hauswirtschaft beschränkt ist, ist mit 658 Auszubildenden und weiteren 627 Auszubildenden zu Helfern in der Hauswirtschaft in 2011 nach wie vor beliebt. "Es zweifelt inzwischen aber niemand mehr daran, dass wir uns in Niedersachsen auf kleinere Abschlussjahrgänge in den Schulen einstellen müssen", sagt Riggert.

Ausbildung zum Landwirt hat Zukunft

Mit der Ausbildungsoffensive arbeitet das Landvolk bereits seit über zwei Jahren mit der Landwirtschaftskammer und den Arbeitsagenturen zusammen, um die Agrarberufe bei den Jugendlichen stärker zu etablieren. "Das Image dieser Berufe wird ihnen häufig nicht gerecht, dabei haben sie so viel zu bieten", bedauert Riggert. Mit der Offensive möchte er die Jugendlichen vor allem für die Ausbildung zum Landwirt begeistern. Dabei spricht er gezielt auch junge Menschen ohne landwirtschaftlichen Hintergrund an, denn auf den wachsenden Betrieben werden in den nächsten Jahren immer mehr Stellen geschaffen, die mit gut ausgebildeten Fachkräften besetzt werden müssen.
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