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Landfraß

München will doch keine Bauern enteignen

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Josef Koch, agrarheute
am
07.06.2018

Aufgrund der heftigen Proteste von Landwirten und Grundstückseigentümern verzichtet die Stadt München auf Zwangsenteignungen. Nun will man stärker kooperieren, um Bauland zu schaffen.

Landfraß-Heimatboden

Die Initiative "Heimatboden München" hofft, dass die Stadt München auch die städtebauliche Entwicklungsmaßnahme SEM München Nordost kippt. "Wir gehen davon aus, dass auch die Bogenhausener, Johanniskirchner und Daglfinger von dem neuen Erkenntnisstand im  Münchner Rathaus profitieren werden und die dortige SEM ebenfalls – zugunsten einer kooperativen Stadtentwicklung – im Planungsreferat „ad acta“ gelegt wird", heißt es in einer Pressemitteilung.

Die von Oberbürgermeister Reiter 2017 angekündigte städtebauliche Entwicklungsmaßnahme (SEM) in Feldmoching hat die Stadt gestern in einer gemeinsamen Stellungnahme der regierenden Stadtratsfraktionen SPD und CSU zurückgenommen. Als letztes Mittel sieht die SEM die Enteigung der Grundstückseigentümer vor. Zudem sind während der SEM die Bodenpreise eingefroren. Landwirte können so von steigenden Bodenpreise nicht profitieren und die Stadt hätte sich günstiges Bauland sichern können.

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Für die städtebauliche Entwicklung im Münchner Norden will die Stadt München neue Wege gehen und alternativ ein kooperatives Stadtentwicklungsmodell erarbeiten lassen. Das neue Verfahren soll Transparenz bei den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bieten und eine Gleichbehandlung aller Planungsbegünstigten im Untersuchungsgebiet gewährleisten. Die Stadt greift damit die Initiative von rund 200 Eigentümerinnen und Eigentümern vor Ort auf, die sich eine Entwicklung des Gebiets auf kooperativer Basis vorstellen können. Betroffen ist ein Gebiet von 900 Hektar.

Die bereits vorhandenen Freiräume und Erholungsflächen sollen geschützt sowie weitere geschaffen werden. Die Belange des Natur- und Artenschutzes werden ebenfalls eine gewichtige Rolle spielen. Die Bedeutung des Gebiets als wesentliche Grünversorgung für die Stadt wird erhalten bleiben, heißt es in der gemeinsamen Presseerklärung von CSU und SPD. Die Flächenkulisse ist außerdem so groß, dass landwirtschaftliche Flächen vor Ort ebenfalls erhalten werden können.

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