Login
Gülledüngung

Neue Düngeverordnung: Auswirkungen auf die organische Düngung

Gülle ausbringen mit Schleppschlauch
Thumbnail
Julia Eder, agrarheute
am
07.02.2017

Sehr wahrscheinlich wird die Novelle der Düngeverordnung im März verabschiedet. Wir fassen zusammen, was das in der Praxis für die Gülledüngung bedeuten könnte.

Die Chancen stehen gut, dass der jetzige Entwurf zur neuen Düngeverordnung (DüV) im März im Bundesrat beschlossen wird und in den darauffolgenden Monaten in Kraft tritt. Ende Januar haben sich Union und SPD auf umstrittene Punkte vor allem zur Stoffstrombilanz geeinigt.

Welche Konsequenzen ein geändertes Düngegesetz für die Praxis unter anderem bringen könnte, berichteten Dr. Mathias Wendland vom LfL-Institut für Ökologischen Landbau und Dr. Fabian Lichti vom LfL-Institut für Landtechnik und Tierhaltung beim Landshuter Landtechnik Tag 2017 Anfang Februar.

Hier finden Sie den Entwurf zur Änderung des Düngegesetzes aus dem Jahr 2015 auf den sich die LfL-Experten dabei beziehen. Dies ist der letzte offizielle Stand.

Anforderung an Geräte: Schleppschuh und Co. werden Pflicht

Die Liste zu Regeln der Gülleausbringtechnik mit Übergangszeiträumen (§ 11) bleibt vorerst erhalten. Hierin heißt es unter anderem: Das Aufbringen von Stoffen ist mit folgenden Geräten verboten:

  • Festmiststreuer ohne gesteuerte Mistzufuhr zum Verteiler
  • Güllewagen und Jauchewagen mit freiem Auslauf auf den Verteiler
  • zentrale Prallverteiler, mit denen nach oben abgestrahlt wird
  • Güllewagen mit senkrecht angeordneter, offener Schleuderscheibe als Vedrteiler zum Aufbringen von unverdünnter Gülle
  • Drehstrahlregner zur Verregnung von unverdünnter Gülle

Die Ausbringung mit Schleppschlauch, Schleppschuh oder Injektoren wird ab Februar 2020 im bestellten Ackerland verpflichtend sein. Im Grünland gilt diese Regelung ab Februar 2025. Es seien jedoch Ausnahmen bei naturräumlichen oder agrarstrukturellen Besonderheiten möglich. Das ist in § 6 festgesetzt.

Innerhalb von vier Stunden muss Gülle eingearbeitet werden. Auch das steht in § 6. Ausgenommen sind Harnstoff mit Ureasehemmstoffen, Festmist von Huftieren oder Klauentieren, Kompost sowie Düngemittel mit weniger als zwei Prozent Trockenmasse.

Sperrfrist ab der Ernte der letzten Hauptfrucht

  • Nach § 6 der neuen DüV beginnt die Sperrfrist künftig bei Ackerland auf jedem Schlag mit der Ernte der letzten Hauptfrucht und dauert von da an bis einschließlich 31. Januar.
  • Auf Grünland und auf Ackerland mit mehrjährigem Feldfutterbau (bei einer Aussaat bis zum 15. Mai) gilt die Sperrfrist in der Zeit vom 1. November bis einschließlich 31. Januar.
  • Festmist von Huftieren  oder Klauentieren, feste Gärrückstände aus dem Betrieb einer Biogasanlage oder Komposte in dürfen vom 15. November bis einschließlich 31. Januar nicht aufgebracht werden.

Auch hier gibt es Ausnahmen. Bis zum 1. Dezember dürfen zu Gemüsekulturen stickstoffhaltige Düngemittel gefahren werden. Und man darf bis zum 1. Oktober bis zu 30 Kilogramm Ammoniumstickstoff oder 60 Kilogramm Gesamtstickstoff je Hektar ausbringen

  • zu Zwischenfrüchten, Winterraps und Feldfutter (bei einer Aussaat bis zum 15. September)
  • zu Wintergerste nach Getreidevorfrucht (bei einer Aussaat bis zum 1. Oktober)

Als Folge der längeren Sperrfristen sind auch höhere Lagerkapazitäten nötig.

Neu DüV: Das gilt für Stickstoff und Phosphat

Beim Phosphat wird bei der neuen DüV der zulässige Überschuss ab 2018 von 20 kg/ha auf 10 kg/ha gesenkt. Folglich wird keine Aufdüngung von A und B Flächen mehr möglich sein.

Künftig wird der N-Düngebedarf nach ertrags- und flächenspezifischen Sollwerten ermittelt (ähnlich dem Düngeberatungssystem Stickstoff (DSN) in Bayern). Die Düngeplanung ist dann schriftlich aufzuzeichnen. Sollte man diese Planung später überschreiten, muss man dies begründen können.

Diesen Sollwerten bzw. Stickstoffbedarfswerten liegt das Ertragsniveau der vergangenen drei Jahre zugrunde. Für organische Dünger sind die Werte laut Dr. Mathias Wendland vom LfL-Institut für Ökologischen Landbau sehr hoch angesetzt. Umso wichtiger sei es, den Stickstoff so verlustarm wie möglich in den Boden zu bekommen, sprich: Ausbringart, -technik, und -zeitpunkt so optimal wie möglich zu wählen.

Verschiedene Tests der LfL ergaben, dass bei der neuen DüV im Vergleich zur alten bei Getreide circa 10 bis 20 kg/ha weniger Stickstoff ausgebracht werden dürfe. Eine Ausnahme sei der Silomais, bei dem ca. 20 kg/ha mehr Stickstoff gedüngt werden darf.

Verschärfte Auflagen wird es in den "roten Gebieten" geben: Das sind Gebiete mit einer Nitratbelastung von mehr als 37,5 mg NO3/l.

Mit Material von Landshuter Landtechniktag, LfL

Gülledüngung: Diese Ziele haben sich die Hersteller gesetzt

Auch interessant