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Recht

Niedersachsen: Mehr Kontrolle bei Wirtschaftsdüngern

von , am
09.03.2011

Hannover - Für die Aufnahme, den Transport und die Abgabe von Wirtschaftsdüngern sowie Gärresten wird es künftig in Niedersachsen zusätzliche, verbindliche Regelungen geben.

Im bewachsenen Bestand haben Schleppschuhe einen besseren Effekt als Schleppschläuche. © landpixel
Das hat der niedersächsische Landwirtschaftsminister Gert Lindemann angekündigt. Es wird erwartet, dass die neuen Regeln unter anderem Aufzeichnungs- und Meldefristen festschreiben. Die Überwachung dieser neuen geplanten Regelungen soll die Landwirtschaftskammer übernehmen.

Grenzübergreifende Nährstoffströme erfassen

Dem Minister ist es bei dieser Neuregelung besonders wichtig, dass auch die grenzübergreifenden Nährstoffströme erfasst werden. Als Beispiel dafür nannte er den Wirtschaftsdünger aus den Niederlanden. "Niedersachsen als eines der Bundesländer mit einer hohen Viehdichte und einer großen Anzahl von Biogasanlagen in einigen Regionen hat eine besondere Verantwortung. Wir wollen deshalb hier beispielhaft vorangehen", so Lindemann.
Auch vor dem Hintergrund der europäischen Wasserrahmenrichtlinie ist die Neuregelung von Nöten, war weiter aus dem Landwirtschaftsministerium in Hannover zu hören. Gerade wurde wieder in Regionen mit vielen Biogasanlagen, wie zum Beispiel in der Nähe des Wasserwerks Thülsfelde, ein Anstieg des Nitratgehaltes im Grundwasser festgestellt. 

ISN: Mehr Arbeit für die Schweinehalter

Eine neue Regelung würde dem zwar entgegen wirken, aber den Schweinehaltern mehr Arbeit abverlangen, und das obwohl die Biogasanlagen die Hauptursache dieses erneuten Nitratwertanstiegs sind, kritsiert die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN). Neben dem Mehraufwand wegen der zusätzlichen Protokollierung, könnten die geplanten Überwachungen und Überprüfungen der Nährstoffverwertungsmöglichkeiten bei Stallneubauten zu einem Problem für die Schweinehalter werden.

Der bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner will Klein-Biogasanlagen besser fördern. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Podcast. anhören ...
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