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Bildung

Wenn der Reporter vor der Tür steht: Tipps zum Umgang mit Journalisten

Bund der Deutschen Landjugend/ez
am
05.10.2015

Das Verhältnis Landwirt/Publikumsmedien ist nicht immer das beste. Zwei Gesichtspunkte sind zu betrachten: Wie stelle ich mich selbst in der Presse dar? Und: Wie kommen meine Berichte "in's Blatt"?

Wenn Landwirte mit Publikumsmedien in Kontakt kommen, lässt sich das meist auf zwei Szenarien herunterbrechen:
 
Szenario 1:
Ein eigener Bericht/Ankündigung soll veröffentlicht werden - oder ein Journalist zu einer Veranstaltung kommen, um einen Bericht zu verfassen.
 
Szenario 2:
Der Journalist hat eine Interviewanfrage.
 
Wie Sie in beiden Fällen am besten handeln, hat der Bund der Deutschen Landjugend zusammengefasst.

Szenario 1: Journalist soll berichten/ein Artikel soll veröffentlicht werden

    Sich kurz fassen, denn Journalisten stehen meist unter Zeitdruck. Das gilt sowohl für Vor-Ort-Geschichten, als auch für Pressemitteilungen. Diese sollten kurz, prägnant und nachprüfbar sein.
     
    Termine, bei denen die Medien im Boot sein sollen, besser nicht vor oder nach Feiertagen legen. Hier sind die Redaktionen häufig dünn besetzt oder schwimmen in Nachrichten.

    Textabstimmungen sind in den meisten Redaktionen nicht üblich. Man kann also nicht davon ausgehen, einen Text vor Erscheinen noch einmal lesen zu dürfen. Dennoch spricht nichts dagegen, darum zu bitten.
     
    Keine Anzeigen ins Spiel bringen, wenn es darum geht, ob Informationen veröffentlicht werden oder nicht. Das schadet über kurz oder lang dem Verhältnis. Auch Beeinflussungsversuche durch Geschenke sind tabu.
      Häufig können Redakteure keine festen Zusagen machen, ob, wann, auf welcher Seite und in welchem Umfang ein Artikel erscheint. Diese Entscheidungen treffen andere (Chef vom Dienst/Chefredakteur).

          Szenario 2: Ein Interview steht an/der Reporter steht vor der Tür

          Bei Interviews vorab klären, dass diese zur Autorisierung noch einmal vorgelegt werden müssen. Wenn das Interview zur Autorisierung vorliegt, zügig antworten.
           
          Auf kritische Fragen vorbereitet sein. Es gehört zum Berufsbild des Journalisten, alles zu hinterfragen. Hilfreich kann es sein, mit Praxisbeispielen zu antworten. Wer hier abblockt, fördert das Misstrauen. Aussagen wie "kein Kommentar" führen eher dazu, dass der Journalist weiter nachforscht.
           
          Vor allem, wenn plötzlich ein Reporterteam vor der Tür steht gilt: Nie die Contenance verlieren - und immer im Hinterkopf behalten (vor allem, wenn eine Kamera dabei ist): alle Reaktionen/Handlungen/Aussagen könnten veröffentlicht werden.

          Generelles zum richtigen Umgang mit Journalisten

          Über allem steht: Die Unabhängigkeit der Medien muss respektiert werden.
           
          Besonders mit Blick auf künftige Berichterstattung ist es zielführend, alle Journalisten gleich zu behandeln - auch wenn eine Veröffentlichung einmal nicht den eigenen Vorstellungen entsprochen hat. Das gilt vor allem für jene, die regelmäßig Kontakt mit denselben Journalisten haben.
           
          Nicht alle Journalisten sind Fachjournalisten und haben deshalb unter Umständen ein entsprechend geringeres Vorwissen. Also Fachausdrücke und Abkürzungen weglassen oder erklären. Hintergrundinformationen sind für das Verständnis des Sachverhalts wichtig.

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