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Bildung

Sachsen: Betrieben geht der Nachwuchs aus

von , am
18.09.2012

Köllitsch - In Sachsen hat sich die Zahl der neuen Ausbildungsverhältnisse in den letzten fünf Jahren fast halbiert. Ausscheidende Mitarbeiter können nicht mehr ersetzt werden, mahnt Landwirtschaftsminister Kupfer.

Beim Praktikum gelten seit dem Mindestlohngesetz neue Regeln. © Mühlhausen/landpixel
"In den Berufen Landwirt, Tierwirt, Gärtner und Fachkraft Agrarservice sank die Zahl der neuen Ausbildungsverhältnisse von 612 Stellen im Ausbildungsjahr 2005/06 auf 327 Plätze in 2011/12", berichtete Sachsens Landwirtschaftsminister Frank Kupfer vergangene Woche im Lehr- und Versuchsgut Köllitsch anlässlich der Auszeichnung der besten Auszubildenden in den land- und forstwirtschaftlichen Lehrberufen des Freistaats.

Konkurrenz um den Nachwuchs wächst

Der zunehmende Mangel an Nachwuchs stelle die Betriebe vor große Probleme, denn eigentlich seien pro Jahr 500 neue Fachkräfte nötig, um die ausscheidenden Mitarbeiter kompensieren zu können. Eine Ursache für die sinkende Zahl der Auszubildenden bestehe im demographiebedingten Rückgang der Zahl der Schulabgänger. Verschärft werde das Problem durch die Konkurrenz unter den Unternehmen bei der Suche nach Auszubildenden mit anderen beliebten Branchen.
 

Berufsstand muss aktiv werden

Der Minister appellierte aber auch an die Eigenverantwortung des Berufsstands. Dieser müsse selbst dafür sorgen, genügend Auszubildende zu finden. "Die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe sollten die Möglichkeiten zur Berufsorientierung der Schüler nutzen, so zum Beispiel die Kooperationen von Schulen mit Wirtschaftsbetrieben und Betriebspraktikas", empfahl der CDU-Politiker. Außerdem müssten die Unternehmen freie Ausbildungsplätze noch offensiver bekannt machen, unter anderem bei den Arbeitsagenturen. Sinnvoll sei es auch, den Lehrlingen in der Ausbildungszeit anspruchsvolle Aufgaben zu übertragen und ihnen für die Zeit danach eine klare berufliche Perspektive im Betrieb zu bieten.

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