Login
Bildung

Schulische Ausbildung: Bundesregierung will BAföG anheben

© Mühlhausen/landpixel
von , am
20.09.2014

Die Bundesregierung will das BAföG anheben, damit Schüler und Studenten finanziell besser da stehen. Das betrifft auch BAföG-Bezieher aus der Landwirtschaft. Wir geben einen Tipp zu einem Tool, das den Satz berechnet.

Für Nachwuchskräfte gibt es einen speziellen Bereich auf der Agritechnica: Campus & Career in den Pavillions 33 und 35. © landpixel
Die Länder haben in ihrer Plenarsitzung am 19. September 2014 einen Gesetzentwurf zur Erhöhung des Bundesausbildungsförderungsgesetz, kurz BAföG, beraten und gegen die Pläne der Bundesregierung keine Einwände erhoben. Mit dem Gesetzentwurf strebt die Bundesregierung eine deutliche Verbesserung der finanziellen Situation von Schülern und Studierenden an. Diese sollen künftig sieben Prozent mehr Geld erhalten. Zudem ist beabsichtigt, den Kreis der Empfänger zu erweitern.
 
BAföG gibt es nicht nur für das Studium an Hochschulen, sondern auch für den Besuch anderer weiterführender Bildungsstätten, wie Berufsfachschulen oder Fachoberschulen. Wer ein Anrecht auf BAföG hat, kann den Satz anhand eines Tools, dem BAföG-Rechner, berechnen.

Bundesregierung will BAföG um sieben Prozent anheben

Neben der generellen Anhebung der Bedarfssätze um sieben Prozent (%) soll auch der Wohnzuschlag, den nicht bei den Eltern wohnende BAföG-Empfänger erhalten, überproportional auf 250 Euro steigen. Nach den Berechnungen der Bundesregierung stiege damit der Förderungshöchstsatz für auswärts wohnende Studierende um über 9,7 % von derzeit 670 auf künftig 735 Euro monatlich.
 
Nach den Plänen übernimmt der Bund zudem ab dem Jahr 2015 die volle Finanzierung der Geldleistungen nach dem BAföG. Mit Beginn des Schuljahres 2016 beziehungsweise des Wintersemesters 2016/2017 sollen dann auch die Bedarfssätze und Einkommensfreibeträge angehoben werden.

Welche schulischen Ausbildungen fördert das BAföG?

Das BAföG gibt es, damit Jugendliche eine entsprechende Ausbildung absolvieren können. Und zwar unabhängig davon, ob die finanzielle Situation ihrer Familie diese Ausbildung zulässt oder nicht. BAföG gibt es für das Studium an Hochschulen und für den Besuch anderer weiterführender Bildungsstätten.
 
Welche das sind, nach§ 2 BAföG, führt das Bundesministerium für Bildung und Forschung auf.
  • weiterführende, allgemeinbildenden Schulen (zum Beispiel Haupt-, Real- und Gesamtschulen, Gymnasien) ab Klasse 10 
  • Berufsfachschulen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung nicht voraussetzt, einschließlich der Klassen aller Formen der beruflichen Grundbildung (z. B. Berufsvorbereitungsjahr), ab Klasse 10
  • Fach- und Fachoberschulklassen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung nicht voraussetzt
  • Berufsfachschulklassen und Fachschulklassen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung nicht voraussetzt, sofern sie in einem zumindest zweijährigen Bildungsgang einen berufsqualifizierenden Abschluss vermitteln
  • Fach- und Fachoberschulklassen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzt
  • Abendhauptschulen, Berufsaufbauschulen, Abendrealschulen, Abendgymnasien und Kollegs
  • Höheren Fachschulen und Akademien
  • Hochschulen
Schüler, die eine der hier unter 1. bis 3. genannten Schulen besuchen, erhalten nur dann Förderung, wenn sie nicht bei den Eltern wohnen und notwendig auswärts untergebracht sind. Sie sind notwendig auswärts untergebracht, wenn
  • von der Wohnung der Eltern aus eine entsprechende zumutbare Ausbildungsstätte - z. B. wegen der Entfernung - nicht erreichbar ist
  • sie einen eigenen Haushalt führen und verheiratet oder in eingetragener Lebenspartnerschaft verbunden sind oder waren
  • sie einen eigenen Haushalt führen und mit mindestens einem Kind zusammenleben.  
Betriebliche oder überbetriebliche Ausbildungen - so genannte Ausbildungen im dualen System - können nach dem BAföG nicht gefördert werden; dies gilt auch für den Besuch der Berufsschule, erklärt die Behörde. 
Auch interessant