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Bildung

Slow Food Deutschland kritisiert Unterrichtsmodul zur Bioökonomie

von , am
18.11.2013

Berlin - Die Anfang November vom Bundeslandwirtschaftsministerium vorgelegte Unterrichtseinheit Bioökonomie stößt bei der Organisation Slow Food Deutschland auf Kritik.

Themen wie , Ernährung und nachhaltige Lebensmittelerzeugung sollten nach Ansicht von Slow Food auf den Lehrplan gesetzt werden. © Mühlhausen/landpixel
Das Agrarressort will mit der Unterrichtseinheit "Biobasierte Wirtschaft: Neue Produkte aus Natur gemacht" Schülern einen Einblick in die Welt der Herstellung von Konsumgütern aus nachwachsenden Rohstoffen eröffnen, Zusammenhänge erläutern und Anregungen zur Umsetzung im Alltag geben.
 
Aus Sicht von Slow Food werden aber grundlegende Alltagskompetenzen im direkten Umgang mit Essen und Ernährung vermittelt. Daher sollten die Themen Essen, Ernährung und nachhaltige Lebensmittelerzeugung auf den Lehrplan gesetzt und im Unterricht theoretisch sowie praktisch durch Einbindung von Schulküchen und -gärten aufbereitet werden.

Wissen über Lebensmittel ist überlebenswichtig

"Kochen können, Lebensmittel anbauen können, ein umfassendes Wissen über Lebensmittel und die Zusammenhänge der Globalisierung haben: Das ist Lebens- und Überlebenswissen", betonte die Vorsitzende von Slow Food Deutschland, Dr. Ursula Hudson. Ihren Worten zufolge spielen Essen, Ernährung und Lebensmittelerzeugung eine zentrale Rolle im privaten Lebensalltag sowie im politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben. Junge Menschen müssten darin unterstützt werden, ihren eigenen Ernährungsalltag verantwortlich und bewusst, genussvoll und selbstbestimmt gestalten zu können.

Garten und Küche als lebendige Lernorte

Hudson sieht in Garten und Küche lebendige Lernorte, an denen man von anderen und von der älteren Generation und ihren Erfahrungen lernen könne, wie man Lebensmittel ziehe und was man daraus machen könne. Auch in den angestammten Schulfächern könnten Garten wie Küche als Lernorte genutzt werden. Nicht zuletzt trügen Lebensmittelwissen und Kompetenzen wie Hauswirtschaften und Kochen dazu bei, die enorme Verschwendung von Lebensmitteln einzudämmen. Sie ermöglichten es, sinnvoll einzukaufen, Reste zu verwerten und Lebensmittel durch Verarbeiten, Konservieren und richtiges Lagern vor dem frühzeitigen Verderben zu schützen.
  • Die Unterrichtseinheit wurde nach den Kriterien des Materialkompass' Verbraucherbildung konzipiert und steht unter www.lehrer-online.de kostenlos zum Download zur Verfügung.
  • Weiterführende Informationen zum Thema Nachwachsende Rohstoffe gibt es im Internet unter www.aus-natur-gemacht.de. 
 
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