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Bildung

So führen Sie Ihre Mitarbeiter durch die Krise

von , am
16.10.2015

Krisenzeiten verunsichern auch die Mitarbeiter. Zukunftsängste geistern durch die Köpfe und oft sinkt die Motivation der Mitarbeiter in den Keller. 10 Tipps, wie Sie die Krise gemeinsam meistern.

Gerade in Krisenzeiten ist eine besondere Führung der Mitarbeiter gefragt. © landpixel
Das Konjunkturbarometer hat es gezeigt, die Stimmung in der Landwirtschaft ist getrübt. 18 Prozent der befragten Landwirte haben angegeben, dass die Liquiditätslage angespannt ist. Hinzu kommen die niedrigen Erzeugerpreise.
 
In solchen Situationen ist der Betriebsleiter als Führungskraft besonders gefragt. Denn auch die Mitarbeiter machen sie Sorgen in Krisenzeiten. Zukunftsängste machen sich breit. In solchen Situationen ist besonderes Fingerspitzengefühl bei der Mitarbeiterführung gefragt. Unternehmensberatung Dr. Kraus & Partner hat 10 Tipps, zusammengestellt.

Tipp 1: Das Gespräch suchen

Ihre Mitarbeiter sind nicht dumm. Sie spüren schnell, wenn es im Dachstuhl des Unternehmens zu brennen anfängt. Informieren Sie Ihre Mitarbeiter deshalb früh darüber, wenn Ihr Betrieb in der Krise steckt. Denn nur dann können Sie diese als Mitstreiter beim Bewältigen der Krise gewinnen.

Tipp 2: Mögliche Folgen aufzeigen

Informieren Sie Ihre Mitarbeiter offen über die möglichen Auswirkungen der Krise - auch für sie persönlich (soweit möglich). Denn nichts verunsichert Mitarbeiter so sehr, wie wenn sie nicht einschätzen können: Ist das Feuer ein Strohfeuer?  Hat es auch Auswirkungen auf meine Arbeitssituation? Dann beginnt die Gerüchteküche zu brodeln, und das Feuer wird - in den Köpfen der Mitarbeiter - stets größer, so dass jeden das Bedürfnis zu fliehen überkommt. Informieren Sie die Mitarbeiter aber auch darüber: Welche Maßnahmen ergriffen werden.

Tipp 3: Ehrlich bleiben

Malen Sie die Situation nicht rosarot, um die Mitarbeiter zu beruhigen - auch wenn Sie dies gerne tun würden. Denn Ihre Mitarbeiter haben ein Recht darauf zu erfahren, wie sicher zum Beispiel ihre Arbeitsplätze sind. Entwerfen Sie aber auch keine unbegründeten Horrorszenarien, um den Mitarbeitern zum Beispiel gewünschte Zugeständnisse abzuringen. Denn beides zerstört letztlich das Vertrauen, das Ihre Mitarbeiter in Sie haben.

Tipp 4: Rückgrat zeigen

Stehen Sie zu den Entscheidungen, die Sie getroffen haben, um die Krise zu meistern - selbst wenn diese für einige Mitarbeiter negative Folgen haben. Und tun Sie nicht so, als hätten nicht Sie, sondern die Bank oder irgendein anderer böser Geist Ihre schmerzhaften Entscheidungen getroffen. Dies mindert Ihre Glaubwürdigkeit.

Tipp 5: Fair bleiben

Appellieren Sie, wenn es um das Bewältigen der Krise geht, möglichst selten an das kollektive "Wir-Gefühl", um mehr Leistung aus den Mitarbeitern herauszupressen. Denn dann fühlen sich die Mitarbeiter - wenn zum Beispiel Kündigungen ausgesprochen werden - zu Recht genarrt. Wecken Sie bei den Mitarbeitern auch nicht die Illusion, als gäbe es beim nötigen Veränderungsprozess nur Gewinner. Bei jedem Veränderungsprozess gibt es auch Verlierer.

Tipp 6: Orientierung bieten

Stimmen Sie, wenn Sie mit Ihren Mitarbeitern zusammensitzen, nicht in das allgemeine Krisengejammer ein. Zeigen Sie ihnen vielmehr Wege auf, wie die Krise gemeistert werden kann. Schildern Sie ihnen anhand konkreter Beispiele, wie Ihr Unternehmen oder andere Unternehmen in der Vergangenheit ähnliche Krisen gemeistert haben.

Tipp 7: Halt geben

Vereinbaren Sie mit Ihren Mitarbeiter klare Ziele und konkrete Maßnahmen, was sie tun sollen, um ihren Beitrag zum Meistern der Krise zu leisten.

Tipp 8: Konsequent sein

Kontrollieren Sie zwischenzeitlich, ob sich die Mitarbeiter auf dem richtigen Weg befinden, um die Meilensteine zu erreichen. Und schreiten Sie sofort ein, wenn Sie merken, daß einzelne Mitarbeiter ihre Kollegen mit ihrem Krisengerede infizieren. Bitten Sie den Mitarbeiter dann zum Vier-Augen-Gespräch.

Tipp 9: Im Gespräch bleiben

Suchen Sie - egal wie voll Ihr Schreibtisch und Terminkalender ist - immer wieder das Gespräch mit Ihren Mitarbeitern. Zeigen Sie Präsenz im Arbeitsalltag und erkundigen Sie sich bei Ihren Mitarbeitern auch nach deren Befinden. Denn nichts verunsichert Ihre Mitarbeiter mehr, als wenn Ihr Chef wochenlang abgetaucht ist. Dann beginnen Sie an seiner Loyalität auch ihnen gegenüber zu zweifeln.

Tipp 10: Erfolge feiern

Informieren Sie Ihre Mitarbeiter über (Teil-)Erfolge, die beim Bewältigen der Krise erzielt wurden. Das spornt sie an und vermittelt ihnen das Gefühl: Wir sind auf dem richtigen Weg. Und zeigen Sie sich, wenn Meilensteine erreicht wurden, selbst wenn es in der Kasse mau aussieht, auch mal spendabel - und Sie es nur, indem Sie Ihre Mitarbeiter zu einem Umtrunk oder Frühstück einladen.
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