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Bildung

So geht Agrarjournalismus: Vom Studium in die Redaktion

von , am
06.03.2015

Die Georg-August-Universität Göttingen hat ein neues Modul: 14 Master-Studenten lernen Grundlagen journalistischen Arbeitens kennen. Kooperationspartner ist das dlv-Magazin LAND & FORST (LuF).

Die Studenten mit Amos Kotte (re), Sabine Hildebrandt (li) und Ralf Stephan (ganz links). © Vienna Gerstenkorn
Plötzlich Agrarjournalist! So könnte man das neue Modul bezeichnen, das derzeit an der Georg-August-Universität Göttingen läuft. 14 Master-Studenten lernen Grundlagen des journalistischen Arbeitens bei einer Fachzeitung kennen.
 
Erstmals kooperieren der Lehrstuhl Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte und die LuF, um das neue Modul mit Leben zu füllen. Während des Moduls lernen Studenten wie die Zeitschrift entsteht, nach welchen Kriterien die Themenauswahl erfolgt und welche Herausforderungen das an die Redakteure stellt.

Erst Theorie im Hörsaal, dann Praxis im Verlag

In einer Woche näherten sich die Studenten dem Thema Journalismus im Hörsaal zunächst in der Theorie. Neun Referenten, zum Teil aus dem dlv-Verlag, erläuterten die journalistischen Darstellungsformen, den Umgang mit der Kamera und das optimale Zeitmanagement. Dann folgte eine Schreibwerkstatt. Dort lernten die Teilnehmer, wie ihre Berichte und Bildunterschriften mit der richtigen Würze den Geschmack des Lesers treffen.
 
Danach folgte die größte Herausforderung für das junge Team: Die Studenten konzipieren eine eigene Sonderausgabe der LuF. "Sie erleben bei uns den wöchentlichen Ablauf mit - von der Redaktionskonferenz mit der Auswahl des Titelbildes über die Blattplanung bis zur eigenen Themenrecherche vor Ort", erläutert die stellvertretende LuF-Chefredakteurin Sabine Hildebrandt. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Vienna Gerstenkorn und Manuel Ermann (Uni Göttingen) koordiniert und betreut sie das Projekt.
 
Durch die Vermittlung von Achim Hübner, Geschäftsführer des Landvolk-Kreisverbandes Göttingen, konnten rund um die Uni landwirtschaftliche Betriebe für eine Mitarbeit gewonnen werden. Die Studenten fuhren auf die Betriebe, um vor Ort ein eigenes Fachthema zu recherchieren und zu fotografieren. Die Redaktionskollegen der LuF aus Oldenburg und Hannover stehen dabei als Mentoren zur Seite. Am 13. März endet das Projekt mit einem fertigen Heft. 

Chance für Berufseinsteiger beim Deutschen Landwirtschaftsverlag

"Uns geht es darum, den jungen Studenten Medienkompetenz zu vermitteln. Um Begeisterung zu wecken, aber gleichzeitig auch eine kritische Distanz zu erzeugen, haben wir uns für eine Mischung aus Theorie und Praxis entschieden", betont LuF-Chefredakteur Ralf Stephan. Außerdem möchte der Deutsche Landwirtschaftsverlag (dlv) Chancen für Berufseinsteiger im eigenen Hause aufzeigen. In dem Fachverlag erscheinen über 40 Medienmarken, die zahlreiche Aspekte der Agrar- und Forstwirtschaft und des Landlebens abdecken.
 
dlv-Geschäftsführer Amos Kotte betonte beim Redaktionsbesuch der Gruppe in Hannover, wie wichtig ihm diese Art der Berufsinformation ist: "Es ist nicht einfach, qualifiziertes Personal zu bekommen." Er präsentierte den national und international tätigen Verlag mit seinen Geschäftsfeldern. "Wir glauben an Print, aber wir setzen auch auf Crossmediale Vermarktung", zeigte Kotte Perspektiven auf.
 
Die neue Form der Zusammenarbeit begrüßt auch die Universität Göttingen. "Wir freuen uns sehr über die Kooperation. Unsere Studierenden bekommen so die Möglichkeit, die in den Vorlesungen vermittelte Theorie umgehend in die Praxis umzusetzen und erste Schritte in dem spannenden Berufsfeld Agrarjournalismus zu machen", erklärte Prof. Achim Spiller, Inhaber des Lehrstuhls Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte am Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung.
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