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Protestaktion 2019

Tönnies gewinnt Prozess gegen Schlachthof-Besetzer

Demo gegen Tönnies in Kellinghusen, 2020
am Donnerstag, 18.03.2021 - 15:18 (5 Kommentare)

Das Landgericht Kiel hat einen Aktivisten, der im Oktober 2019 in Kellinghusen einen Schlachthof der Tönnies-Unternehmensgruppe besetzt hatte, zu einer Schadenersatzzahlung von 15.600 Euro verurteilt.

Am 21. Oktober 2019 besetzten etwa 20 Tierrechtler den Schlachthof der R. Thomsen EU-Großschlachterei GmbH, die zur Tönnies-Unternehmensgruppe gehört. Die Besetzung des Schlachthofs im schleswig-holsteinischen Kellinghusen dauerte etwa elf Stunden an.

Für die Unterbrechung des Betriebs forderte Tönnies Schadenersatz.

Schadenersatz und Betretungsverbot

Wie ein Pressesprecher des Landgerichts Kiel gegenüber agrarheute mitteilte, entschied das Gericht am 25. Februar 2021 über den Fall.

Die Höhe des Schadenersatzes beläuft sich für den Aktivisten auf 15.626 Euro, informierte der Sprecher. Hinzu kommen Anwaltskosten in Höhe von 1.134 Euro, sodass die Gesamtsumme zuzüglich Zinsen über 16.760 Euro beträgt.

Darüber hinaus wurde für den Tierrechtler ein zeitlich unbegrenztes Betretungsverbot ausgesprochen. Betritt er das Betriebsgelände des Schlachthofs dennoch, droht ihm ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro oder eine sechsmonatige Haft.

Nach der Zustellung des Urteils am 3. März 2021 habe der Aktivist einen Monat Zeit, um Berufung gegen das Urteil einzulegen.

Da die gerichtliche Zuständigkeit vom Wohnsitz eines Angeklagten abhänge, könne das Landgericht Kiel keine Auskunft darüber geben, ob die Tönnies-Unternehmensgruppe noch mit weiteren Schadenersatzzahlungen von Aktivisten rechne, die an der Besetzung des Schlachthofs vor anderthalb Jahres beteiligt waren.

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