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Recht

Umfrage: Böden vielerorts zu nass für Gülle

von , am
10.02.2014

Konnten Sie letzte Woche schon loslegen und Gülle fahren? Laut Umfrage waren die Böden vielerorts wassergesättigt.

Ende 31. Januar endete die Sperrfrist für die Gülleausbringung. Einigen Landwirte machte das Wetter einen Strich durch die Rechnung. © landpixel
Keller öffnen und los geht es: Seit dem 31. Januar dürfen Landwirte wieder Gülle und Gärreste auf die Felder bringen. Allerdings muss das Wetter mitspielen. Denn dort, wo Böden nicht aufnahmefähig sind, ist die Düngeausbringung rechtlich nicht erlaubt. Das war kürzlich in Mecklenburg-Vorpommern der Fall.
 
Wir wollten wissen, wie die Lage bei Ihnen war. Konnten Sie Dünger ausbringen? Hierzu hatte agrarheute.com letzte Woche eine Umfrage gestartet. 411 Personen haben mitgemacht.

42 Prozent hatten keine Probleme

Laut unserer Umfrage haben 45 Prozent (183 Teilnehmer) mit wässergesättigten Böden zu kämpfen gehabt. Für sie war Gülleausbringung damit in den letzten fünf Tagen nicht möglich. Etwas weniger, nämlich rund 42 Prozent (173 Stimmen) der Umfrageteilnehmer, gaben an, dass sie keine Probleme bei der Gülleausbringung hatten. Ihre Böden waren letzte Woche aufnahmefähig. 20 Teilnehmern (fünf Prozent) hat das Wetter eine unfreiwillige Verlängerung beschert, weil Schnee auf ihren Flächen lag.
 
Hintergrund der Umfrage ist, dass Anfang vergangener Woche das zuständige Landwirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern die Sperrfrist für Gülle ausgedehnt hatte, weil die Böden teilweise gefroren oder wassergesättigt waren. Zum Ende der letzten Woche hat das Ministerium seine Aussage aber korrigiert. Landwirte dürfen dann Gülle, Jauche, aus Biogasanlagen, Geflügelkot und Mineraldünger ausbringen, wenn regional die Voraussetzungen gegeben sind. Damit ist eine ordnungsgemäße Düngemittelausbringung gerechtfertigt ist, müsse der Landwirt in Eigenverantwortung prüfen, ob der Boden auf seiner Fläche aufnahmefähig ist, sagte die Behörde.

Ein Rückblick auf das Wetter

Ein Rückblick auf das Wetter zeigt, dass es vergangenen Montag vor allem an den Alpen und im Nordosten des Landes Schneefall gegeben hat. Die Tagestemperaturen erreichten ein Grad in Vorpommern und sieben Grad im Westen. Dienstag wurde für Bayern, Sachsen und Brandenburg Regen und in höheren Lagen auch Schnee vorausgesagt.
 
Am Donnerstag hielten sich die Wolken und gebietsweise Regen im Westen und Süden, die Sonne zeigte sich im Norden und im Osten. Die Temperaturen kletterten tagsüber auf sieben Grad im Süden und Osten, zehn Grad erreichte das Quecksilber im Westen. Hier fielen zeitweise starke Regenfälle. Niederschläge waren Freitag überall außer im mittleren Teil Deutschlands zu sehen.

'Mit 45 Litern hat der Januar sein Soll erfüllt'

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) war der Januar insgesamt sehr trocken und mild. Im letzten Monatsdrittel fielen große Temperaturgegensätze zwischen dem Südwest und Nordost auf. Während es im Südwesten sehr mild war, froren im Nordosten Gewässer zu.
 
Laut DWD hat der Januar 2014 mit rund 45 Litern pro Quadratmetern sein Soll von 61 Litern pro Quadratmeter nur zu 75 Prozent erreicht. Schnee fiel laut Wetterdienst erstmals zu Beginn des letzten Monatsdrittels an der schräg über Deutschland verlaufenden Luftmassengrenze; am 27. örtlich bis zu 25 cm hoch.
 
Der insgesamt meisten Niederschlag wurde im Schwarzwald mit rund 150 Litern pro Meter gemessen. Etwa 47 Stunden hat die Sonne geschien. Das Soll liege laut DWD bei 44 Stunden. Am sonnigsten war es im Westen Nordrhein-Westfalens und im Alpenvorland. Hier sind 80 Stunden zusammengekommen, im Thüringer Wald waren es nur 20 Stunden, so die DWD-Zahlen.

Wie sieht der Wochentrend aus?

Wechselhaft und wolkig geht es in die neue Woche. Vom Emsland bis zum Allgäu werden Niederschläge erwartet. Nach Osten und zu Bayrischen Wald lockern nicht die  Wolkenfelder auf. Regen fällt vor allem noch am Dienstag in der Mitte und im Süden.
 
Die Temperaturen liegen im Tief zwischen vier und Null Grad und erreichen Mitte der Woche einen Höchststand von fünf bis elf Grad.
 
Zur ausführlichen Prognose für den 10. Februar gelangen Sie hier.
Wie das Wetter bei Ihnen vor der Haustür wird, können Sie hier sehen. 
 
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Niedersachsen: Abgeber von Wirtschaftsdünger aufgepasst! (Januar 2013)

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