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Steuerrecht

Volle Umsatzsteuer für Hackschnitzel aus Rohholz

Traktor in Hackschnitzelhalle
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Josef Koch, agrarheute
am
08.10.2018

Weil der Bundesfinanzhof einen Unterschied bei Hackschnitzeln aus Rohholz und Abfallholz sieht, sind unterschiedliche Umsatzsteuersätze fällig.

Die Lieferung von Holzhackschnitzeln aus Rohholz unterliegt nun doch nicht dem ermäßigten Steuersatz von 7 Prozent. Laut Bundesfinanzhof (BFH) sind dafür 19 Prozent fällig. Das galt bisher für Holzhackschnitzel.

Auch wenn es seltsam klingt: Für Holzhackschnitzel aus Rohholz gilt die Mehrwertsteuer von 19 Prozent, während Holzhackschnitzel aus Industrieabfällen auch weiterhin dem ermäßigten Steuersatz unterliegen. „Betroffene müssen sich nun fragen, ob sich anhand eines Hackschnitzels zweifelsfrei feststellen lässt, ob es Industrieabfall ist oder aus Rohholz produziert wurde“, sagt Martin Czekalla, Steuerberater bei Ecovis in Mainburg.

Bisherige Urteile gekippt

Laut Bundesfinanzhof sind 19 Prozent Steuern abzuführen und entschied damit anders als die beiden Finanzgerichte Niedersachsen und München (Urteil vom 26.06.2018, Az. VII R 47/17).

Holzhackschnitzel aus Rohholz einerseits und Brennholz andererseits seien strikt voneinander zu unterscheiden und nicht „gleichartig“, meinten die BFH-Richter. Nur weil Brennholz dem ermäßigten Steuersatz unterliege, muss dies nicht auch für Holzhackschnitzel gelten.

Finanzgerichte waren bisher anderer Auffassung

Hoffnung auf den ermäßigten Steuersatz machten zuvor die Urteile der Finanzgerichte Niedersachsen und München im Jahr 2017. Die Richter sahen in beiden Entscheidungen keine Grundlage für den Steuersatz von 19 Prozent. Nach europäischem Recht lässt sich für Brennholz der ermäßigte Steuersatz anwenden.

Nach Ansicht der beiden Finanzgerichte gibt es zwischen Brennholz und Holhackschnitzel für Heizzwecke keinen Unterschied, der eine unterschiedliche Umsatzbesteuerung rechtfertigen würde.

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