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Recht

Vorsicht bei Post vom Deutschen Branchenbuchverlag

von , am
31.10.2013

Die Deutsche Branchenbuch Verlag GmbH aus Nürnberg verschickt momentan Formulare für einen kostenpflichtigen Branchenbucheintrag. Bevor man hier etwas unterschreibt, sollte man genau hinsehen.

Zukünftig müssen Landwirte die überbetriebliche Verbringung von Dünger vermelden. © Mühlhausen/landpixel
Aktuell verschickt die Firma "Deutsche Branchenbuch Verlag GmbH (dbv)" mit Sitz in Nürnberg Formulare zum kostenpflichtigen Eintrag in ein regionales Branchenbuch im Internet. Das Eintragungsformular enthält ein Anschreiben, in welchem der Empfänger aufgefordert wird, die Richtigkeit und Vollständigkeit der im separat beigefügten Formular voreingetragenen Daten zu prüfen und gegebenenfalls zu vervollständigen. Es folgt der Satz: "Ihr Basiseintrag sowie dessen Aktualisierung sind kostenlos." Weiter heißt es: "Auf dem beiliegenden Formular finden Sie Ihre aktuell gespeicherten Daten."

Abzocke erkennen und vermeiden

In den übersandten Vordrucken bietet der Deutsche Branchenbuchverlag an, eine Eintragung in sein regionales Internetbranchenbuch zu einem Preis von jährlich 1.548 Euro netto vornehmen zu lassen. Die Vertragslaufzeit betrage dabei zwei Jahre und verlängere sich jeweils um ein Jahr, wenn nicht spätestens drei Monate vor Ablauf des Vertrages schriftlich gekündigt wird.
 
Ähnlich wie bei den Vordrucken der Gewerbeauskunft-Zentrale habe auch dieser Vordruck einen pseudoamtlichen Charakter. Zudem werde auf die Vergütung und auf den mit der Unterschrift getätigten Vertragsschluss lediglich im Kleingedruckten hingewiesen, warnt der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV). Auch hier könne nur geraten werden, dieses Papier nicht zu unterzeichnen, sondern es dahin zu werfen, wo es hingehört, und zwar in die Mülltonne.

Anbieter nutzen amtlich erscheinende Vordrucke

In der Vergangenheit hatte der RLV seine Mitglieder mehrfach vor Anbietern von Internet-Datenbanken gewarnt, etwa der Gewerbeauskunft-Zentrale. Diese schreiben regelmäßig mit Hilfe eines amtlich erscheinenden Vordruckes auch landwirtschaftliche Betriebe an, fordern zur Durchsicht und Korrektur der über den Betrieb vorhandenen Daten auf und verlangen eine Unterschrift.
 
Mit dieser Unterschrift hätten die Landwirte jedoch einen kostenpflichtigen Vertrag über die Aufnahme ihres Betriebs in ein praktisch nutzloses Internet-Unternehmensregister abgeschlossen, teilt der RLV mit. Für diese Leistungen würden dann Beträge von über 1.000 Euro pro Jahr eingefordert.

Nachhaltigkeit: Wachstum oder Rückbesinnung?

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