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Gerichtsurteil

Wegen nächtlicher Ruhestörung: Hahn muss in schallisolierten Stall

Für einen Hahn hat das Krähen zu jeder Tages- und Nachtzeit in der brandenburgischen Kleinstadt Müncheberg ein Ende. Das Gericht verordnete Stallplflicht.
am Donnerstag, 13.10.2022 - 11:03 (Jetzt kommentieren)

Das Krähprotokoll der Klägerin überzeugte das Verwaltungsgericht Frankfurt (Oder).

Mit der Frage, wie laut und wie oft Hähne krähen dürfen, müssen sich deutsche Gerichte immer wieder auseinandersetzen. In dem vorliegenden Fall klagte eine Anwohnerin in der Kleinstadt Müncheberg. Das Federvieh hatte die Nachbarin um den Schlaf gebracht. Der Lärm des Hahns schallte im Bereich der Innenstadt zeitweise ab 3 Uhr nachts und bis 6 Uhr morgens. Davon besonders betroffen fühlte sich die Klägerin in ihrem etwa 20 m entfernten Schlafzimmer. Sie habe dem Gericht auch ein „Krähprotokoll“ vorgelegt, sagte ein Gerichtssprecher, wie dpa berichtet.

Stallarrest für krähenden Hahn

Wie die dpa berichtet, muss die Stadt im Kreis Märkisch-Oderland laut Beschluss nun dafür sorgen, dass der Halter seinen Hahn von 22 bis 6 Uhr in einem geschlossenen und schallisolierten Stall unterbringt. Das Verwaltungsgericht bezieht sich auf den Paragrafen 10 des Landesimmissionsschutzgesetzes, wonach in dieser Zeit die Nachtruhe vor erheblichem Lärm zu schützen sei.

Zudem handele es sich nicht um eine landwirtschaftliche Tierhaltung. Gegen den Beschluss kann Beschwerde vor dem Oberverwaltungsgericht eingelegt werden.

Mit Material von dpa

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