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Jagdrecht

Wildschaden: Auch bei Verdacht umgehend melden

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Josef Koch, agrarheute
am
14.05.2018

Haben Sie auch nur einen Verdacht auf einen Wildschaden, sollten Sie diesen umgehend melden. Sonst kann die Meldefrist verstreichen. Ein Anspruch auf Wildschadenersatz erlischt dann.

Landwirte müssen für Wildschäden die vorgeschriebenen Meldefristen einhalten. Das gilt auch dann, wenn hinreichende Verdachtsmomente auf einen Wildschaden bestehen. Das macht ein Urteil des Amtsgerichtes Merzig im Saarland deutlich. 

Im vorliegenden Fall hatten die Richter den Bescheid der Stadt aufgehoben, indem ein Jäger zum Wildschadenersatz verpflichtet wurde. Das Amtsgericht hat festgestellt, dass der Vorbescheid rechtswidrig war, berichtet die Anwaltskanzlei Halm & Presser.

Begründung: Der Anspruch auf Ersatz von Wildschäden erlischt, wenn der Berechtigte den Schadensfall nicht binnen einer Woche (in manchen Bundesländern auch zwei Wochen), nachdem er von dem Schaden Kenntnis erhalten hat oder bei gehöriger Sorgfalt hätte erhalten können, bei der zuständigen Behörde meldet (nach § 34 BJagdG).

Verdacht reicht für Meldung

Bei dieser Frist handelt es sich um eine Ausschlussfrist. Wer sie als Landwirt versäumt, verliert den Anspruch auf Schadenersatz. Die Beweislast für die einzuhaltende Frist trifft den Geschädigten.

Laut geschädigtemLandwirt hatte er bereits Ende Februar / Anfang März Anhaltspunkte für das Vorliegen eines Wildschadens. Ihm seien in dieser Zeit schwarze Flecken auf der schneebedeckten Fläche aufgefallen, was nahezu jedes Jahr der Fall sei, so der Landwirt. Als der Schnee nicht mehr vorhanden gewesen sei, habe er die Schadensmeldung vorgenommen. Dies war jedoch erst rund einen Monat später.

Maßgeblich für den Fristablauf ist die Kenntnis oder die verschuldete Unkenntnis des Schadens. Daher beginnt die Frist bereits, sobald der Verdacht eines Wildschadens vorliegt.

Im vorliegenden Fall lagen lauten Amtsrichter hinreichende Verdachtsmomente durch die schwarzen Stellen auf dem Schnee vor. Aus diesem Grunde war zum Zeitpunkt der Anmeldung des Schadens Ende März die Frist abgelaufen, sodass der Vorbescheid aufzuheben war.

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