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Auslandsreportage

Rekorde und Milchquoten: Ein Milchviehbetrieb in Israel

Helge Plougmann Nielsen/Eva Eckinger/agrarheute
am
03.08.2016

Der israelische Milchviehbetrieb Mishmar HaEmek investierte vor zehn Jahren in die ersten Melkroboter des Landes. Inzwischen hat man mehrere Rekorde aufgestellt.

Vor mehr als zehn Jahren begann der israelische Kibbuz Mishmar HaEmek, mit Melkrobotern zu arbeiten. Inzwischen hat der Bestand von 250 Kühen mehrere Rekorde aufgestellt. Helge Plougmann Nielsen, ein Reporter des dänischen Agrarmagazins maskinbladet.dk, hat den Betrieb besucht.

Extreme Hitze und hohe Kosten

Die israelische Milcherzeugung hat mit mehreren beschränkenden Faktoren zu kämpfen. Als Hauptprobleme wären hier einerseits die extreme Hitze im Sommer zu nennen, andererseits die teuren Futtermittel.

Hinzu kommen noch die sehr hohen Lohnkosten für qualifizierte Arbeitskräfte. So beschloss der Betrieb Mishmar HaEmek vor etwas über zehn Jahren, in vier Lely Roboter zu investieren.

Rekorde: 12.000 Kilo Milch

"Es handelte sich um die ersten Melkroboter, die es hier in Israel gab", erklärt der Herdenmanager Delum Shalem. Um die Investition stemmen zu können, mussten die Lohnkosten halbiert werden. Das gelang dem Betrieb. Zudem steigerte sich die Milchleistung.

"Heute liegt die Leistung bei 12.300 kg Milch pro Kuh. Bereits 2008 konnte ein Rekord aufgestellt werden, da man der erste mit Robotern gemolkene Bestand war, der eine Jahresleistung von über 12.000 Kilo Milch erreichte", verkündet Shalem gegenüber maskinbladet stolz.

Fett-, Protein- und Zellgehalt

Die Kühe werden durchschnittlich 2,9 Mal pro Tag gemolken, berichtet Nielsen. Der Fettgehalt liegt bei 3,90 Prozent, der Proteingehalt bei 3,35 Prozent. Der Zellgehalt liegt aktuell bei 230.000 und man arbeite daran, unter 200.000 zu kommen, so maskinbladet.dk in seinem Bericht.

Im Winter werden die einmal pro Tag gefüttert, im Sommer zwei Mal. Die haben freien Zugang zu den Robotern, den Kraftfutterautomaten sowie dem Futtertisch.

120 Liter Wasser pro Tag

"In der heißen Zeit benötigt jede Kuh etwa 120 Liter Wasser täglich. Wir versuchen, den Tieren etwas Kühlung zu verschaffen, indem wir Ventilatoren mit Wasser versehen und den Kühen so eine kühle Dusche bereiten." Dennoch wirke sich die Wärme negativ auf die Leistung aus, so Delum Shalem. 

Der Stall selbst ist vollständig offen an den Seiten und die Hälfte des Daches kann abgenommen werden.

Milchquoten und Molkereien in Israel

Israel reguliert per Milchquoten und der Betrieb Mishmar HaEmek hat eine Quote von 3,2 Millionen Kilogramm Milch. Sie verändert sich jährlich und erst im November bekommt der Betrieb Bescheid, wie die Quote für das kommende Jahr aussehen wird.

Delum Shalem hält es jedoch für die beste Lösung, weiterhin an der Quotenregelung festzuhalten. In Israel gibt es drei Molkereien, die in etwa den gleichen Milchpreis bezahlen, verrät das Fachmagazin Maskinbladet.dk abschließend.

Ein israelischer Milchviehbetrieb: Roboter und extreme Hitze

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