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Automatisierung der Landwirtschaft

Rekordwert: Immer mehr Brandunfälle in der Landwirtschaft

Ein brennender Schweinestall bei Nacht
am Mittwoch, 30.03.2022 - 10:32 (Jetzt kommentieren)

In Österreich nehmen Brandunfälle in der Landwirtschaft stetig zu und erreichen neue Rekordwerte. Was sind die Ursachen und welche Schutzmaßnahmen gibt es?

Wie der Verband der Versicherungsunternehmen Österreichs (VVO) berichtet, steigen die Brandunfälle in der Landwirtschaft zunehmend. Im Jahr 2020 sei die Statistik in Österreich nochmal beträchtlich in die Höhe geschnellt und habe einen bundesweiten Rekordwert erreicht.

Damit betreffe über ein Viertel der gesamten Brandereignisse in Österreich die Agrarbranche, so der VVO. Dabei könnten bestimmte Maßnahmen das Brandrisiko maßgeblich senken und somit auch Menschenleben retten, meinen die Experten des Versicherungsverbandes gemeinsam mit dem Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV).

Immer mehr Brandereignisse und höhere Schadenssummen

Zwischen 2010 bis 2020 hatten sich in Österreich im Durchschnitt jährlich 1.590 Brände in der Landwirtschaft ereignet - mit steigender Tendenz. Das Jahr 2020 steche nun aber besonders hervor, erklärt Dr. Louis Norman-Audenhove, Generalsekretär des VVO: „Mit 2.306 Ereignissen 2020 wurde ein Höchststand der bisherigen Aufzeichnungen von Bränden in der Landwirtschaft gemessen – das sind rund 45 Prozent mehr gemeldete Brandunfälle als im vorangegangenen Jahr 2019.“

Auch die Schadenssummen steigen stetig an. Sie belaufen sich im Schnitt auf über 59 Millionen Euro pro Jahr, wobei einzelne Großbrände mehr als die Hälfte davon verursachen. Vor zehn Jahren betrug die Schadenssumme noch 42 Millionen Euro, während sie in den letzten Jahren teilweise auf über 85 Millionen Euro stieg.

Brandursachen: Modernisierung und Automatisierung der Landwirtschaft

Problematisch ebenso: Durch die zunehmenden und meist technischen Modernisierungsmaßnahmen erhöht sich auch das Brandrisiko in den Betrieben.

Während ehemals sehr häufige Brandursachen, wie z.B. Heuselbstentzündung, in den letzten Jahrzehnten deutlich abgenommen hätten, nahmen Ursachen wie Elektrobrand sprunghaft zu, so der VVO. Laut einer KFV-Studie stehe Elektrobrand als Ursache sogar klar an erster Stelle, gefolgt von Brandstiftung und Naturereignissen wie z.B. Blitzschlag.

Risikopotenzial evaluieren: Brände in der Landwirtschaft verhindern

„Um Brände präventiv verhindern zu können, ist es dringend ratsam, das Risikopotenzial im eigenen Betrieb regelmäßig zu evaluieren und die vorhandenen Brandschutzvorrichtungen auf ihre Aktualität, Funktionalität aber auch auf Wirksamkeit und Effektivität zu überprüfen,“ mahnt Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV).

Auch bei der Lagerung von Holzhackschnitzeln sei Vorsicht geboten, da Holzhackschnitzellager rasch sprichwörtlich brandgefährlich werden können.

Konkrete Schutzmaßnahmen der VVO für Landwirte zur Vorbeugung von Bränden

  • Besuchen Sie und auch ggf. Ihre Mitarbeiter/Familienmitglieder einen Brandschutzkurs, lassen Sie sich im Umgang mit Feuerlöscher, Löschdecke und in Erster Hilfe schulen.
  • Elektrische Anlagen müssen regelmäßig gewartet und geprüft werden, lassen Sie diese nur von fachkundigen Unternehmen installieren, prüfen Sie regelmäßig die Blitzschutzeinrichtungen.
  • Überprüfen und reinigen Sie regelmäßig die elektrischen Betriebsmittel und Leuchten.
  • Bei der Lagerung von Holzhackschnitzeln ist darauf zu achten, dass keine Gefahr einer Selbstentzündung besteht. Höhere Temperaturen gekoppelt mit den Eigenschaften des Materials und der Höhe der Schüttung können Hitze im Inneren erzeugen, die in weiterer Folge zu einer Selbstentzündung führen kann.
  • Achten Sie darauf, Feuerlöscher ausreichend dimensioniert zur Verfügung zu stellen – vor allem im Wohnbereich, in Werkstätten, und im Wirtschaftstrakt.
Mit Material von Verband der Versicherungsunternehmen Österreichs (VVO)

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