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Finanzielle Entlastung gefordert

Rukwied: Landwirte könnten über 50 Prozent ihres Einkommens verlieren

ez/pd
am
03.02.2016

Vor allem Schweinehalter und Milchbauern leiden derzeit unter Einkommensrückgängen. Das ruft den Bauernverbandspräsidenten auf den Plan. Was Rukwied fordert.

"Krisenhaft verschlechtert" hat sich die finanzielle Lager vieler Landwirte durch die anhaltend niedrigen Erzeugerpreise, kritisiert Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes. Nachdem Marktexperten für die kommenden Monate keine Trendwende prognostizieren, fordert Rukwied von Bundesregierung und EU "kurzfristig weitere Maßnahmen zur Unterstützung und Überbrückung der schwierigen Einkommens- und Erlössituation unserer Bauernfamilien."

Liquidität verbessern: Das schlägt Rukwied vor

Um die Situation zu verbessern, schlägt Rukwied ein zweites wirksameres Programm zur Überwindung der Liquiditätsengpässe sowie Entlastungen im steuerlichen und steuerrechtlichen Bereich vor: "Das bisherige Liquiditätsprogramm konnte wegen praxisfremder Bedingungen nur von sehr wenigen Schweinehaltern trotz finanzieller Notlage genutzt werden. Kurzfristige Hilfe kann außerdem mit einer deutlichen Erhöhung des steuerlichen Freibetrages für Landwirte ermöglicht werden. Die Einführung der Risikoausgleichsrücklage, die der Bauernverband seit Jahren fordert, würde grundsätzlich die Liquidität der Betriebe in Jahren mit betrieblichen Verlusten verbessern."

Rukwied: Landwirte verlieren innerhalb von zwei Jahren 50 % ihres Einkommens

Nach Angaben des Deutschen Bauernverbandes sind die Einkommen hiesiger Landwirte im vergangenen Wirtschaftsjahr im Schnitt um 35 Prozent zurückgegangen. Eine Entwicklung, die sich im laufenden Wirtschaftsjahr fortsetzen werde. Der Verband berichtet von einem erwarteten weiteren Einkommensrückgang von mindestens 20 Prozent.

"Damit würden die deutschen Landwirte innerhalb von zwei Jahren mehr als die Hälfte ihres Einkommens verlieren", stellt Rukwied fest. Folglich seien die Investitionen laut Konjunkturbarometer Agrar für das erste Halbjahr 2016 auf 50 Prozent des Vorjahres zurückgegangen.

Landwirte demonstrieren unter dem Motto „Wir machen euch satt!“

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