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Agrarhandel

Schwaches Agrargeschäft der BayWa drückt Ergebnis

Josef Koch, dlz agrarmagazin
am
31.03.2017

Im vergangenen Jahr hat die BayWa im Agrarhandel weniger verdient. Vor allem im Sojahandel scheint der Konzern Verluste eingefahren zu haben.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016 konnte der internationale Handels- und Dienstleistungskonzern BayWa AG, München, seinen Umsatz um gut 3 Prozent auf 15,4 Mrd. Euro steigern. Obwohl der Obsthandel und das Energiegeschäft jeweils Rekordmarken beim Jahresergebnis erzielten, drückten anhaltend schwierige und sehr volatile Agrarhandelsmärkte das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) des Gesamtkonzerns um 13, 4 Mio. Euro auf 144,7 Mio. Euro.

Sojahandel setzt BayWa zu

Die Rahmenbedingungen beim Agrarhandel und in der Technik seien dagegen ausgesprochen schwierig für die gesamte Branche gewesen, deren Auswirkungen auch die BayWa deutlich gespürt habe. Eine weitere Rekordernte weltweit brachte der BayWa zwar ein um 13 Prozent höheres Handelsvolumen bei Agrarrohstoffen von rund 34 Mio. Tonnen, führte aber auch zu insgesamt niedrigeren Preisen und entsprechendem Margendruck. So konnte die BayWa zwar den Agrarumsatz mit rund 8,97 Mrd. Euro um acht Prozent steigern, aber das Ergebnis vor Zinsen und Steuern fiel um über die Hälfte (58,7 Prozent) auf nur noch 17,2 Mio. Euro.

Aufgrund gesunkener Erzeugerpreise und geringeren Erträgen investierten die Landwirte weniger in Technik und Betriebsmittel. „Besonders belastete aber die Entwicklung der Soja- und Sojaschrotpreise im letzten Jahr unser Geschäft“, betonte Lutz. Wechselnde und zum Teil gegenläufige Einschätzungen der weltweiten Sojaernte führten zu extrem starker Preisvolatilität, die durch technische Marktmechanismen im Handelsgeschäft zum Beispiel von Hedgefonds verstärkt wurde.

2017 steigender Umsatz im internationalen Agrarhandel

Für 2017 will die BayWa das Ergebnis im Agrarbereich wieder deutlich erhöhen und damit auch das EBIT des Konzerns um "über 20 Prozent" steigern. So erwartet Lutz alleine im Agrarbereich ein um 30 bis 40 Mio. Euro höheres Ergebnis. Dafür sieht Lutz gute Voraussetzungen. Im internationalen Agrarhandel geht die BayWa von weiter steigenden Umsatzvolumina aus. Profitieren will das Unternehmen auch von den Aktivitäten des zu Beginn des Geschäftsjahres 2017 erworbenen Spezialitätenhändlers Thegra Tracomex Group, der unter anderem mit Biogetreide handelt.

Zudem soll durch die Optimierung des eingesetzten Kapitals die Rentabilität des Agrarhandels erhöht werden. Insbesondere will die BayWa den Ausbau des lukrativen Spezialitätengeschäfts weiter vorantreiben. So ist die BayWa im Februar dieses Jahres vorbehaltlich der Zustimmung der zuständigen Behörden in den Anbau und Handel von Premiumtomaten in den Vereinigten Arabischen Emiraten eingestiegen.

Im inländischen Agrargeschäft erwartet die BayWa ebenfalls höhere Ergebnisse im laufenden Jahr, da steigende Preise für Agrarerzeugnisse wieder zu mehr Liquidität und Investitionsbereitschaft in der Landwirtschaft führen dürften.

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