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Niedersachsen

to Brinke: 'Milchkrise ist noch nicht vorbei'

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Birgit Greuner, LAND & Forst
am
01.11.2016

Die Milchkrise ist noch nicht ausgestanden. Das betonten die Milchbauern heute beim Jahrestreffen der Landesvereinigung der Milchwirtschaft.

Die Milchkrise ist noch nicht überstanden. Aber angesichts vorsichtig ansteigender Milchpreise suchen Bauernverband und Agrarministerium in Niedersachsen nach Wegen, eine erneute Überproduktion mit abermaligem Preisverfall zu verhindern. "Wir haben die schwersten zwei Jahre hinter uns, die wir je hatten", sagte der Vizepräsident des Landesbauernverbandes, Albert Schulte to Brinke.

Auf dem Jahrestreffen der Landesvereinigung der Milchwirtschaft heute in Isernhagen bei Hannover warb er beim Handel für mehr Beständigkeit und Nachhaltigkeit bei der Preisgestaltung. Die Lage verlange von allen Marktbeteiligten ein Umdenken.

Zu wenig Milch auf dem Markt

In der Krise habe der Handel seine Marktmacht schamlos ausgenutzt und die Preise auf ein niedriges Niveau gedrückt, sagte Schulte to Brinke. Nun treffe die Reaktion der Milchviehhalter mit einer reduzierten Erzeugung den Handel in den umsatzstarken Monaten zur Unzeit. Es gebe Verfügbarkeitsengpässe.

Meyer: Nicht gleich wieder Milchproduktion steigern

Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer (Grüne) forderte ein neues Kräfteverhältnis zwischen Landwirtschaft und Handel. Gegenüber der Macht des Handels müsse es eine Interessenbündelung auf Erzeugerseite geben. Meyer appellierte an die Milchbauern, trotz anziehender Preise nicht gleich wieder die Produktion zu steigern: "Es gibt zwar eine leichte Erholung, aber hier gilt die Warnung, nicht gleich wieder Vollgas zu geben."

Milchpreis: Molkereien und Handel einigen sich auf höhere Preise

Trotz anziehender Preise sei die Milchkrise noch nicht zu Ende, sagte to Brinke. "Nein, die Krise ist noch nicht vorbei." Auch Minister Meyer sagte, dass mit den steigenden Preisen die aufgelaufenen Verluste noch nicht ausgeglichen werden könnten. "Man kann von Milchkrise gar nicht sprechen, das war für viele Beteiligte eine Katastrophe."

Bei den halbjährlichen Verträgen zwischen Molkereien und Handel, die zum heutigen Tag wirksam werden, seien höhere Preise ausgehandelt worden. Das erläuterte der Vorstandsvorsitzende der Landesvereinigung der Milchwirtschaft, Jan Heusmann. Um wie viel der Einzelhandel den Milchpreis exakt erhöhe, zeige sich in diesen Tagen, wenn neue Ware in die Kühlregale komme. Der Milchindustrie-Verband geht von mindestens 10 Cent pro Liter H-Milch mehr aus. Bislang lag der Durchschnittspreis bei 53 Cent pro Liter.

Mit Material von dpa und Landvolk Niedersachsen
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