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Gewässerschutz

Umweltministerium veröffentlicht Nitratbericht 2016

Düngerstreuer mit Dünger
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Anke Fritz, agrarheute
am
03.01.2017

Das Bundesumweltministerium hat heute die Ergebnisse des Nitratberichtes bekanntgegeben. Vor fünf Monaten wurde der Bericht bereits an die EU-Kommission verschickt.

Fünf Monate, nachdem der Nitratbericht der Bundesregierung an die EU-Kommission geschickt worden war, wurde er heute offiziell von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks vorgestellt. Der Bericht wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und vom Umweltministerium zusammengestellt. Der Nitratbericht kann auf der Homepage des Ministeriums heruntergeladen werden.

 

Nitratbericht: Grundwasserzustand hat sich nicht verschlechtert

Demnach hat sich Grundwasserzustand in den vergangenen Jahren nicht wesentlich verbessert. Gegenüber den Messungen in der letzten Berichtsperiode von 2008 bis 2011 ist der Anteil der unbelasteten oder nur gering belasteten Grundwassermessstellen zwischen 2012 bis 2014 kaum gestiegen – prognostiziert worden war hingegen eine deutliche Verbesserung. Der jetzt vorgelegte Nitratbericht enthält erstmals Daten aus dem neu aufgestellten repräsentativen Messnetz. Darin werden im Gegensatz zum alten Belastungsmessnetz nicht mehr an rund 50 Prozent der Messstellen die Schwellenwerte überschritten, sondern nur noch an gut einem Viertel. Dies trägt dazu bei, die Diskussion um die Gewässerqualität zu versachlichen und den Gewässerzustand nicht schlechter darzustellen als er ist. Darauf wies der Deutsche Bauernverband in einer Pressemitteilung bereits vor Weihnachten hin.

 

82 Prozent der Messstellen halten Nitratschwellenwert ein

Laut DBV zeigt der Nitratbericht 2016 keinen generellen Trend zur Verschlechterung der Gewässerqualität. An einem Drittel der Messstellen nehme die Nitratkonzentrationen im Grundwasser ab, während die Anzahl an Messstellen mit zunehmenden Trends deutlich geringer ausfällt. Bei Oberflächengewässern zeige sich eine positive Entwicklung der Gewässerqualität. 93 Prozent der Messstellen in Flüssen weisen einen abnehmenden Trend der Nitratkonzentration auf, ebenso die meisten deutschen Seen.

Der Nitratbericht wertet erstmals auch die Einträge von Phosphor in Seen, Flüsse und Küstengewässer aus. Die Phosphoreinträge sind zwischen 2012 und 2014 deutlicher zurückgegangen. Der angestrebte Zielwert – hier existieren je nach Gewässertyp unterschiedliche Vorgaben – wird jedoch an ca. 65 Prozent der Messstellen an Oberflächengewässern überschritten.

Länder müssen endlich Düngeverordnung zustimmen

Die EU-Kommission hatte Deutschland schon im November wegen zu hoher Nitratwerte vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) verklagt. Als Hauptursache gilt der übermäßige Einsatz von stickstoffhaltigem Dünger in der Landwirtschaft.

Die Bundesregierung hat deshalb strengere Regeln beim Einsatz von landwirtschaftlichen Düngern auf den Weg gebracht. Ab diesem Jahr sollen demnach bei der Düngeverordnung neue Vorgaben gelten, die mittelfristig zu weniger Nitrat in den Gewässern führen und die Eutrophierung deutlich verringern sollen. Die parlamentarischen Beratungen zur Novelle des Düngegesetzes und die Verhandlungen zwischen Bund und Ländern zur Änderung der Düngeverordnung müssen jetzt zügig finalisiert werden.
 

Mit Material von Umweltministerium, DBV

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