Login
Ölsaatenmarkt

Verbände fordern mehr Unterstützung für heimischen Eiweißpflanzenanbau

Forderung: heimischen Proteinpflanzenanbau mehr fördern
am
14.03.2019

Ölsaatenverbände fordern mehr Unterstützung für den heimischen Eiweißpflanzenanbau. Das Potential sei bei weitem noch nicht ausgeschöpft.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) und der französische Ölsaatenerzeugerverband (FOP) fordern mehr politische Unterstützung für den heimischen Eiweißpflanzenanbau. Der Vorstandsvorsitzende der Förderorganisation, Wolfgang Vogel, rechnet 2019 mit einem Plus von schätzungsweise 25 Prozent beim deutschen Leguminosenanbau. Die Fläche dürfte damit etwa 100 000 ha erreichen. Vogel zufolge bleibt der Anbau von Erbsen, Ackerbohnen und Lupinen aber trotz der deutlichen Flächenausweitung weit unter seinem Potential. Diese sieht er bei rund 400 000 ha.

Bedarf an Eiweißpflanzen wird steigen

Der UFOP-Vorstandsvorsitzende wies darauf hin, dass der Bedarf für Pflanzenprotein in der Europäischen Union tendenziell weiter steigen werde. Dabei dürfte die Nachfrage nicht allein aus der Futtermittelwirtschaft, sondern zunehmend auch aus der Ernährungsindustrie kommen

Der FOP-Vorsitzende Arnaud Rousseau beklagte in diesem Zusammenhang eine "schizophrene“ Politik auf Ebene der Länder und der EU. Einerseits wolle man die Abhängigkeit von Eiweißimporten reduzieren und den Schutz von Regenwäldern vor der Abholzung verbessern. Andererseits würden aber beispielsweise mit Maßnahmen gegen indirekte Landnutzungsänderungen (iLUC) die Produktion von Rapsschrot und Leguminosen in Europa erschwert.

Züchtung mehr fördern

Wolle die Politik die Proteinversorgung vom Feld in der EU erhalten oder gar ausbauen, müsse sie daher „rote Linien“ bei der Reglementierung ziehen, forderte Rousseau. Anderenfalls drohe, dass der Anbau von Eiweißpflanzen die  Produktion in Drittstaaten mit womöglich niedrigeren Umweltstandards abwandere.

Darüber hinaus drängt Vogel auf eine bessere Förderung der Leguminosenerzeugung. Hier fehlt es nach seiner Auffassung bisher an der nötigen Unterstützung der Züchtung, um zu neuen Sorten mit höherer Ertragsstabilität zu kommen. Dringend notwendig wären ihm zufolge auch staatliche Fördergelder, um innovative Produkte auf Basis heimischer Eiweißpflanzen zu entwickeln.

Mit Material von AgE

Sojaanbau mit Mulch- und Direktsaat: So geht's

Auch interessant