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Alterntiger Raps kann sich halten, neuerntiger gibt nach

Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI),
15.06.2016

Abwartende Haltung, volatile Rohstoffmärkte und Verunsicherung über Währungsentwicklung bremsen das Kaufinteresse der Verarbeiter, die zudem auf den saisontypischen Preisknick zur Ernte spekulieren, immerhin wird derzeit von einer größeren deutschen Rapsernte als im Vorjahr ausgegangen. Erzeuger haben in den Vorwochen einiges an Raps der Ernte 2016 vermarktet und warten nun ab. Sie hoffen auf höhere Rapspreise im Sommer aufgrund der möglicherweise schwachen EU-Rapsernte.

Der Rapsmarkt bleibt weiterhin geprägt von abwartender Haltung. Erzeuger sind von den rückläufigen Geboten wenig angetan und halten sich mit weiteren Offerten vorerst zurück. Es scheint, als haben viele Anbieter ihr übliches Drittel der zu erwartenden Ernte verkauft. Zurückhaltung wird nur von den Landwirten im Nordosten der Republik berichtet, die ihren leichten Standorten bei der bisherigen Trockenheit nicht viel zutrauen und daher erst 20-25 % vermarktet haben sollen. Darüber hinaus läuft derzeit nur noch wenig. Nach den Unwettern der Vortage wird nun erst einmal abgewartet, wie sich die Feldbestände weiterhin entwickeln. Stimmen aus dem Markt bewerten die Ertragsschätzung des Deutschen Raiffeisenverbandes für Winterweizen mit 38,4 dt/ha als zu niedrig, sie halten 41,5-42,5 dt/ha als eher wahrscheinlich. Damit könnte die Rapsernte 2016 auf 5,5 Mio. t kommen. Auch wenn in Deutschland die Rapsbestände keine erkennbaren Schäden davon getragen haben, wird dennoch auf ein geringeres Rapsangebot in der EU-28 spekuliert. Das könnte den Preisen während der Ernte sogar unüblicherweise Auftrieb gewähren, falls die Erträge nicht stimmen. Vordere Ware wird an einigen Standorten gesucht, was die hohen Prämien widerspiegeln, aber auf den hinteren Positionen zeigen sich die Verarbeiter derzeit wenig aufnahmebereit. Vor dem Hintergrund unbefriedigenden Margen und einer schon sehr hohen Bedarfsdeckung, wenigstens für die Termine Oktober bis Dezember 2016, werden die Prämien nicht angepasst. Sie erhoffen sich, die Rohstofflücken während der Ernte zu niedrigeren Preisen schließen zu können. Der Preisabstand zwischen Weizen und Raps auf Erzeugerstufe ist derzeit jedoch so groß - neuerntiger Raps 356 EUR/t, neuerntiger Brotweizen 142 EUR/t - dass die Erzeuger wohl eher die Ölsaat einlagern als das Getreide.

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Marktexperten

Frau Wienke von Schenck - AMI Expertin für Getreide und Ölsaaten

Wienke von Schenck

Marktanalystin Getreide und Ölsaaten


Tel.: (0228) 33805-351
Kontakt: AMI Expertenseite

Autorin von Fachbeiträgen und Analysen zum Getreide-, Futtermittel- und Ölsaatenmarkt, Referentin auf Veranstaltungen des Agribusiness, Mitarbeit in Fachgremien

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