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AMI-Index: Talfahrt der Agrarpreise vorerst gestoppt

© AMI
Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI),
27.06.2016

Nach einer monatelangen Talfahrt haben die Preise für landwirtschaftliche Produkte wieder ins Plus gedreht. Im Juni profitierte der Preisindex für landwirtschaftliche Produkte in Deutschland vor allem von einer lebhaften Nachfrage nach Schweinefleisch, die für einen wiederholten Anstieg der Notierungen sorgte.

Ebenfalls fester tendierten die Preise für Getreide und Ölsaaten in der ersten Monatshälfte, doch auf abnehmende Regenfälle und die Unsicherheit vor dem Referendum in Großbritannien reagierten die Kurse mit Schwäche.

Bei Rohmilch hat sich der Preisrückgang im Juni deutlich verlangsamt, und mit der leichten Preiserholung auf der Verarbeitungsstufe dürfte sich die Talfahrt der Milcherzeugerpreise langsam dem Ende nähern.

Der Agrarrohstoff-Index für die wichtigsten in Deutschland erzeugten Agrarrohstoffe hat im Juni 2016 um 2 % an Wert gewonnen. Mit 110 Indexpunkten lag er für die 13 im Index enthaltenen Agrarprodukte um 2,2 Punkte höher als im Mai. Das Niveau des Vorjahres wird aber immer noch um 10 % unterschritten.

Regen und Referendum bewegten Weizenmärkte

Der Juni war von starken Preisbewegungen und großer Verunsicherung geprägt. Die ungünstigen Witterungsbedingungen in der ersten Monatshälfte sowohl in Europa als auch in Übersee ließen die Kurse kräftig steigen und damit auch die hiesigen Kassapreise. Das mobilisierte das Angebot, und auch die Verarbeiter zeigten Interesse.

Mit Ende des Regens und der absehbar geringen und auch nur sehr punktuellen Schäden hat sich die Marktlage wieder beruhigt. Zusätzlich wurde der Markt vom UK-Referendum und der damit verbundenen Verunsicherung gebremst. Die Kurse reagierten mit Schwäche, die Kassapreise – vor allem für Ware der kommenden Ernte – gaben spürbar nach.

Schweine: Knappes Angebot resultiert in deutlichen Preisanstiegen

Nachdem der Schlachtschweinemarkt in den ersten Monaten dieses Jahres von schwierigen Geschäften geprägt war, kam es im Mai zur lange erhofften Belebung. Ein überschaubares Angebot an Schlachttieren sowie eine lebhafte Nachfrage nach Schweinefleisch ermöglichten wiederholt Aufpreise. Der Vorjahrespreis wird inzwischen mehr oder weniger deutlich übertroffen.

Nicht nur in Deutschland, auch in den meisten europäischen Ländern fällt das Angebot an Schlachtschweinen, gemessen an der Nachfrage, eher etwas knapp aus. Entsprechend waren zuletzt meist festere Preise die Regel. Treibende Kraft dabei ist der umfangreiche Export nach China, während die nationalen Fleischmärkte eher als schwach eingestuft werden.

Auch in den kommenden Wochen ist mit leicht festeren Preisen zu rechnen. Gerade in Südeuropa sorgt die beginnende Urlaubszeit üblicherweise für zusätzliche Nachfrageimpulse. Dennoch dürften die Preisanstiege deutlich kleiner ausfallen als in den Vorwochen, kurzzeitig erscheinen auch stabile Preise realistisch.

Milchmarkt im Juni weiter stabilisiert

Der deutsche Milchmarkt hat sich im Juni – ausgehend von einem schwachen Niveau – stabilisiert. Für Blockbutter, Schnittkäse sowie Milch- und Molkenpulver konnten sich die Preise befestigen. Lediglich für abgepackte Butter blieben sie auf unverändert niedrigem Niveau.

Auf EU-Ebene zeigte sich an den Märkten für Milcherzeugnisse im Juni ebenfalls nahezu produktübergreifend eine leichte Erholung. Dabei setzten sich die umfangreichen Einlagerungen im Rahmen der öffentlichen und der privaten Lagerhaltung fort. Am Weltmarkt bewegten sich die Preise für Milchprodukte im Schnitt auf dem niedrigen Niveau der Vormonate, so dass deutsche Exporteure ihre Produkte in der Regel nicht auf dem hiesigen Preisniveau absetzen konnten.

Für die Erzeuger ist beim Milchgeld dagegen kurzfristig noch keine flächendeckende Trendwende zu sehen. In den Sommermonaten dürfte das Preisniveau schwach bleiben. Hier und da haben Molkereien im Zuge der festeren Preistendenzen an den Produktmärkten zwar leichte Anhebungen der Basispreise angekündigt. Dem stehen aber langfristige Kontrakte auf niedrigem Niveau entgegen.

Natürlich informiert – Preisindex sorgt für mehr Transparenz

Die AMI hat den Index für die Preisentwicklung bei den wichtigsten Agrar- und Nahrungsmittelrohstoffen in Deutschland entwickelt, um für mehr Transparenz an den landwirtschaftlichen Rohstoffmärkten zu sorgen. Dieser Index umfasst die wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte und ist dadurch ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Dynamik in der deutschen Landwirtschaft. Der Index wird monatlich veröffentlicht.

Möchten Sie mehr wissen? – Rufen Sie mich unter der nebenstehenden Telefonnummer persönlich an oder nutzen Sie unsere Onlinedienste mit ausführlichen Analysen und Prognosen zur Markt- und Preisentwicklung für Ihre Einkaufs- und Verkaufsentscheidung:

Marktexperten

Christian Alter

Geschäftsführer AMI


Tel.: (0228) 33805-511
Kontakt: AMI Expertenseite

Autor von Fachbeiträgen zu den internationalen Märkten, beste Kontakte zu Organisationen des gesamten Agribusiness, Referent auf Veranstaltungen zu den Rohstoffmärkten für Lebensmittel.