Login

Anspannung vor UK-Referendum stürzt Raps in Abwärtssog

Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI),
22.06.2016

Die Rapskurse in Paris mussten in den vergangenen Tagen kräftige Verluste einstecken. Schwache Notierungen in Übersee und ein fester Eurokurs übten Druck aus. Meldungen über witterungsbedingte Ertragseinbußen in der EU konnte dem nichts entgegensetzen.

Schwache Kurse in Chicago und Winnipeg belasten Raps in Paris stark. Die Unsicherheit an den Termin- und Finanzmärkten vor dem Referendum des Vereinigten Königreichs über den Verbleib in der EU-28 am 23.06.2016 sowie ein fester Eurokurs verstärken diesen Druck. Das Handelsinteresse ist sehr gering, da Marktteilnehmer abwarten, wie sich die Kurse und Währungen nach der Abstimmung entwickeln und auf eine Stabilisierung hoffen. Auch die Spekulationen um die Ernte sind Gesprächsthema. Dabei offenbart sich, zuletzt bestätigt von niedrigeren Ertragserwartungen des agrarmeteorologischen Prognosedienstes der EU-Kommission MARS, eine voraussichtlich noch knappere Versorgung in der Europäischen Union 2016/17 als vermutet. Diese Aussicht konnte den Abwärtstrend allerdings nicht bremsen.

Lethargischer Rapsmarkt in Frankreich
Der Handel in Frankreich läuft, wie in Deutschland, schleppend. Das Angebot ist saisontypisch knapp, aber auch die Nachfrage ist verhalten. Gleichzeitig lähmt die Anspannung an den Termin- und Finanzmärkten im Vorfeld der Brexit-Abstimmung auch das Handelsinteresse am Kassamarkt. Erzeuger warten außerdem vorerst ab, wie sich die Feldbestände entwickeln, bevor sie umfangreich weitere Mengen der Ernte verkaufen. Die Befürchtungen um Ertragseinbußen aufgrund der wochenlangen Niederschläge und Unwetter Anfang Juni 2016 sind noch groß. Rückläufige Gebote bieten dabei ebenfalls keine Anreize. Nach Einschätzung von Terres Inovia sind die Bedenken um Ertragseinbußen bis dato unbegründet. MARS korrigierte seine Ertragsschätzung allerdings um 1,5 dt/ha auf 33 dt/ha nach unten.

Der Countdown zur Rapsernte in der EU-28 läuft. Werden die Erwartungen getroffen? Und wie entwickeln sich die Preise? Schließlich haben die im Hinblick auf eine ohnehin deutlich knappere Versorgung 2016/17 früh in der Saison 2016/17 Luft nach oben. Informieren Sie sich tagesaktuell im Onlinemonitor Markt aktuell Ölsaaten. Ein Abonnement können Sie schnell und einfach im Shop bestellen.

Marktexperten

Frau Benita Burghardt - AMI Expertin für Ölsaaten und Biokraftstoffe

Benita Burghardt

Marktexpertin Ölsaaten und Biokraftstoffe


Tel.: (0228) 33805-355
Kontakt: AMI Expertenseite

Autorin von Fachbeiträgen, Mitarbeit am Projekt der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe, gute Kontakte im Ölsaaten- und Bioenergiesektor.

Verwandte Analysen
Gerstenernte so gut wie gelaufen – jetzt geht es in den Weizen
Deutschland | Getreide | Ernte

Gerstenernte so gut wie gelaufen – jetzt geht es in den Weizen

(AMI) – Die Gerstenernte lieferte erfreuliche Ergebnisse, aber die Hoffnung auf eine ebenso positive Überraschung wird sich beim Weizen wohl nicht erfüllen. Die Weizenernte 2019 steht in den Startlöchern, gespannt wird auf die Ergebnisse gewartet, denn die Vegetationsbedingungen waren bis zum Ende nicht besonders gut, so dass im Juli die Schätzungen sogar noch einmal zurückgenommen wurden.

Gerstenernte so gut wie gelaufen – jetzt geht es in den Weizen
Deutschland | Futtergetreide | Marktversorgung

Gerstenernte so gut wie gelaufen – jetzt geht es in den Weizen

(AMI) – Die Gerstenernte lieferte erfreuliche Ergebnisse, aber die Hoffnung auf eine ebenso positive Überraschung wird sich beim Weizen wohl nicht erfüllen.

Marktvorschau 2019: Schwächere Erzeugerpreise und wenig Spielraum für eine Erholung
Deutschland | Milch & Milchprodukte | Preise

Marktvorschau 2019: Schwächere Erzeugerpreise und wenig Spielraum für eine Erholung

(AMI) – Bei uneinheitlichen Entwicklungen an den Produktmärkten ging die Gesamtverwertung der Molkereien beim Rohstoff Milch zurück. Dies hatte im ersten Halbjahr 2019 Rücknahmen bei den Erzeugerpreisen zur Folge.

Leichte Preiskorrekturen bei Blockbutter
Deutschland | Butter | Nachfrage

Leichte Preiskorrekturen bei Blockbutter

(AMI) – Der Blockbuttermarkt war Mitte Juli nach wie vor von einer abwartenden Haltung und einer ruhigen Nachfrage geprägt. Vereinzelt kamen jedoch Abschlüsse am Binnenmarkt zustande. Der kurzfristige Bedarf war weitgehend gedeckt und die Anfragen bezogen sich größtenteils auf langfristige Liefertermine. Die Preise wurden im Zuge dessen erneut leicht nach unten korrigiert. Das Drittlandsgeschäft blieb insgesamt hinter den Erwartungen zurück.

Auch interessant