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Brotgetreidepreise unter Druck

Brotgetreidepreise unter Druck
© AMI
Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI),
01.12.2016

Aus Erzeugersicht sind die Impulse von Weltmarkt auf das Kassageschäft negativ. Es soll noch mehr Getreide geben als bisher erwartet und die Terminmärkte neigen zur Schwäche. Bei Angebotszurückhaltung und partiell interessiertem Binnenmarkt können sich die Brotgetreidepreise behaupten.

Der Kassamarkt für Brotgetreide ist weitgehend ausgeglichen. Landwirte bieten kaum Ware an, sie warten auf höhere Preise im kommenden Jahr. Dort, wo beispielsweise aus Liquiditätsgründen etwas verkauft werden soll, findet das Angebot zumeist glatte Abnahme. Im Südwesten heißt es sogar, dass die Mühlen vereinzelt Lieferungen anfragen. Die Preise haben sich bis zum Wochenanfang so gut wie nicht verändert. Sie stehen aber durch globale Einflüsse eher unter Druck. Schätzungen zu Erntemengen wurden in einigen Erdteilen noch einmal nach oben korrigiert und die Terminmärkte zeigten diese Woche sinkende Kurse. Dem widersetzte sich die hiesige Preisentwicklung anfangs.

Die Stimmung der Marktteilnehmer wird noch immer von großen Exporthoffnungen Anfang 2017 getragen. Zudem lässt sich Futtergetreide gut platzieren und ist kaum günstiger als Brotgetreide. Lesen sie dazu mehr in der aktuellen Ausgabe der Markt Woche Getreide/Ölsaaten.

Wechselkursveränderungen und Preissteigerungen in der Schwarzmeerregion sind weitere Aspekte, welche die Haussiers am Markt hören wollen. Dennoch – die Preise für Brotgetreide werden sich kurzfristig nicht weiter nach oben entwickeln. Bisher war der Preiskorridor, in dem sich die Forderungen seit der Ernte entwickelten, schon sehr eng und spiegelte die teils heftigen Ausschläge an den internationalen Terminmärkten nicht wider. Im Verlauf der Woche zeigte sich aber im Großhandel, dass der hiesige Kassamarkt sich wohl nur vorübergehend vom internationalen Geschäft entkoppeln kann.

Die Großhandelspreise für Brotweizen, franko Hamburg, verloren im Wochenverlauf die zuvor gewonnen 5 EUR/t und landeten Mitte der Woche wieder bei 165 EUR/t. Genauso schwächelte Aufmischweizen, der Mitte dieser Woche auf 168 EUR/t sank. Am Niederrhein leistete Brotweizen noch Widerstand, er behauptet sich mit 172 EUR/t. Im Osten verloren Elite- und Aufmischweizen besonders viel. Die Preise gingen um 6 EUR/t auf 151 EUR/t bzw. 148 EUR/t zurück. Bei den Lieferterminen für das erste Quartal 2017 fielen die Preisabschläge mit 1 bis 2 EUR/t gering aus.

Marktexperten

Christoph Hambloch

Christoph Hambloch

Marktanalyst Kartoffeln


Tel.: (0228) 33805-352
Kontakt: AMI Expertenseite

Autor von Fachbeiträgen und Produktstudien, langjährige intensive Kontakte zu nationalen und internationalen Unternehmen der Kartoffelbranche. Mitglied von Fachgremien und Institutionen im Bereich Kartoffelanbau.