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Chinas Importsog an Schweinefleisch beflügelt Schweinepreise

Chinas Importsog an Schweinefleisch beflügelt Schweinepreise
© AMI
Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI),
14.09.2016

China ist mit großem Abstand weltweit der größte Produzent und Verbraucher von Schweinefleisch. Der Bedarf an Schweinefleisch steigt rasant, weshalb das Land in den vergangenen Jahren volumenmäßig zum größten Importeur aufrückte. Im aktuellen Jahr sorgt der Engpass an Schweinefleisch in China zu einem regelrechten Importsog, wodurch unter anderem auch die Schweinepreise in Deutschland und in der EU einen starken Auftrieb bekamen.

Die Schweinefleischproduktion in China verringerte sich im Jahr 2015 schätzungsweise um 6 %. Auch für das aktuelle Jahr wird nochmals ein Rückgang der Produktion in ähnlicher Größenordnung prognostiziert. Ursachen waren seuchenbedingte Produktionsausfälle sowie ein Abstocken der Sauenbestände der kleineren und unrentablen Tierhaltungen aufgrund unzureichender Wirtschaftlichkeit. So sind die Sauenbestände in China seit 2014 um unglaubliche 12 Mio. Mutterschweine reduziert worden. Zusätzlich sind von Chinas Behörden viele Schweinefarmen und gewerbliche Anlagen wegen verschärfter Umweltvorschriften und zu engem Abstand zu Wohnungsneubauten geschlossen worden. Die Einfuhren werden sich aktuell im Vergleich zum Vorjahr vermutlich verdoppeln. Dabei können die Drittlandvermarkter der EU vom wachsenden Absatz nach China profitieren. Deutschland ist bereits im Jahr 2015 zum Hauptlieferanten aufgestiegen und das obwohl Anfang März 2016 nur 12 Schlacht- und Zerlegebetriebe die begehrten Ausfuhrlizenzen für den Handel mit China hatten. Weitere Betriebe in Deutschland warten auf Neuzulassungen im Herbst da Anfang Juni zusätzliche Fleischvermarkter von chinesischen Veterinären auditiert wurden.

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Marktexperten

Herr Matthias Kohlmüller - AMI Experte für Fleischwirtschaft

Matthias Kohlmüller

Marktanalyst Fleischwirtschaft


Tel.: (030) 8109597-12
Kontakt: AMI Expertenseite

Intensive Kontakte zu europäischen Organisationen (IMPA Meeting) und Mitglied im EU-Prognoseausschuss, Mitarbeit in Fachgremien und im Bundesmarktverband. Referent auf nationalen und internationalen Veranstaltungen.