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Bis Dezember bereits 80% der Ernte verkauft

Bis Dezember bereits 80% der Ernte verkauft
Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI),
23.02.2017

Die deutschen Rapserzeuger trennen sich nur schwer von ihren Restbeständen an Raps. Zum einen sind die Gebote nicht attraktiv, zum anderen sind schon überdurchschnittlich viele Partien verkauft worden.

Aus Erzeugerhand kommt derzeit kaum noch Raps, denn bis Ende Dezember war bereits mehr an den Erfassungshandel abgegeben worden als im Vorjahreszeitraum. Von den 4,6 Mio. t, die 2016 in Deutschland an Raps geerntet wurden, waren bis Jahresende mit 3,7 Mio. t rund 81 % vom Landwirt verkauft worden. Das waren gut 100.000 t mehr als 2015. Damals waren nur 72 % der Rapsernte vermarktet.

Damit blieben für den Rest der Saison, selbst auf Basis von null Verlusten und null Selbstverbrauch, noch 877.400 t Raps. Das würde gerade reichen, um den Inlandsbedarf der Ölmühlen im zweiten Halbjahr zu 20 % zu decken.

Aktuell haben die Großhandelspreise in Deutschland mit den rückläufigen Terminkursen am Weltmarkt den Rückwärtsgang eingelegt. Ölmühlen klagen derzeit über unbefriedigende Verarbeitungsmargen, denn die Ölpreise haben kräftig nachgegeben. So verlor Rapsöl seit Monatsbeginn rund 2,4 % an Wert, die Großhandelspreise für den Rohstoff haben nach kurzem Auftrieb im Laufe des Monats das Niveau wie am Monatsanfangs wieder erreicht.

Dennoch bleiben die deutschen Ölmühlen am Ball und nehmen die spärlich offerierten Mengen flott auf. Selbst wenn sie auf den vorderen Terminen aufgrund der umfangreichen Lieferungen aus Australien gut versorgt sind, bis zum Anschluss an die kommende Ernte gibt es noch genug Rohstofflücken, die gefüllt werden müssen.

Das dürfte die Rapspreise stützen, aber den Ton geben weiterhin die Terminkurse am Weltmarkt an und die zeigen nach unten.

Wie es an den Ölschrotmärkten in Deutschland weitergeht, werden die kommenden Wochen zeigen. Mit dem Onlinedienst Markt aktuell Ölsaaten können Sie die Entwicklungen im Blick behalten, und sich tagesaktuell über Ölsaaten, -schrote und Pflanzenöle informieren.

Marktexperten

Frau Wienke von Schenck - AMI Expertin für Getreide und Ölsaaten

Wienke von Schenck

Marktanalystin Getreide und Ölsaaten


Tel.: (0228) 33805-351
Kontakt: AMI Expertenseite

Autorin von Fachbeiträgen und Analysen zum Getreide-, Futtermittel- und Ölsaatenmarkt, Referentin auf Veranstaltungen des Agribusiness, Mitarbeit in Fachgremien

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