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Erfolgreiche Frühkartoffelvermarktung

Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI),
15.07.2016

Nässe hat in fast allen frühen Kartoffelanbauregionen einen umfangreichen Einstieg in die Frühkartoffelvermarktung 2016 verspätet. Nur in Niedersachsen konnten die Erzeuger zeitlich einigermaßen normal auf den Plan treten. Bis Anfang Juli musste die Frühkartoffelversorgung durch Importe aus Spanien und Israel sichergestellt werden. Nachdem die verbraucht waren, mussten hiesige Frühkartoffeln her.

Der LEH hat in den vergangenen 10 Tagen viel rasanter auf die neue deutsche Ernte umgestellt, als es sonst üblich ist. Inzwischen setzen selbst Vollsortimenter in ihren Premiumschienen festschalige Frühkartoffeln aus Deutschland ein.

Nach dem vielen Regen im Südwesten und Westen hatten viele Marktbeteiligte zunächst Sorge, dass ein enormer Krankheitsdruck in schwierigen Qualitäten münden könnte. Diese Sorge ist inzwischen der erfreulichen Erkenntnis gewichen, dass sich hiesige Frühkartoffeln optisch sehr schön und in guter Stabilität präsentieren. Probleme mit Fäulnis treten nicht häufiger auf als sonst. Im Gegenteil, ausbleibende länger anhaltende Hitze sorgt eher dafür, dass besonders wenig von LEH und Abpackern moniert werden muss.

Der rasante Abverkauf infolge der die Anbauflächen zügig räumen – die Erträge sind auch nicht außergewöhnlich hoch – ermöglicht es, in preislicher Hinsicht fast an die hohen Forderungen für Importware anzuknüpfen. Mittlerweile sind die Preise wie üblich gesunken, so dass den Verbrauchern Frühkartoffeln aus Deutschland günstiger zur Verfügung stehen als die zuvor offerierte Kartoffeln aus dem Mittelmeerraum. Trotzdem erzielen die Landwirte aber mehr als sonst um diese Zeit, so dass sie weitgehend auf ihre Kosten kommen, schließlich war die Produktion von Frühkartoffeln dieses Jahr teuer und vor allem im Südwesten gilt es die aufgrund von Überschwemmungen erlittenen Verluste zu kompensieren.

Nach und nach treten jetzt weitere Anbaugebiete an den Markt, vor allem Bayern und das Rheinland. Bis deren volle Lieferfähigkeit gegeben sein wird, dauert es aber noch mindestens eine Woche. Dann ist die Pfalz wohl schon über den Berg und auch der Raum Burgdorf in Niedersachsen hat dann schon viel verkauft. Die Erzeuger hoffen auf einen weiterhin moderaten Preisabstieg bis zum Beginn der Einlagerung im Herbst.

Nach und nach reifen nun die Erkenntnisse zu Anbauflächen und Erträgen in Deutschland, aber auch in der EU. Beides zusammen bildet das Fundamten, auf dem sich der Markt 2016/17 weiterentwickelt. Die Agrarmarkt Informations GmbH trägt nicht nur fortwährend und aktuell alle Information zum Kartoffelmarkt zusammen, sondern analysiert sie mit Blick auf die weiteren Entwicklungsmöglichkeiten. Wer da nichts verpassen will oder darf, hält sich mit der zweimal je Woche erscheinen Markt Woche Kartoffeln oder im Internet mit Markt aktuell Kartoffelnauf dem Laufenden.

Marktexperten

Christoph Hambloch

Christoph Hambloch

Marktanalyst Kartoffeln


Tel.: (0228) 33805-352
Kontakt: AMI Expertenseite

Autor von Fachbeiträgen und Produktstudien, langjährige intensive Kontakte zu nationalen und internationalen Unternehmen der Kartoffelbranche. Mitglied von Fachgremien und Institutionen im Bereich Kartoffelanbau.