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Preisentwicklung

Erzeugerpreise für Lebensmittel: Welche Landwirte sind die Gewinner?

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am Donnerstag, 14.07.2022 - 05:00 (5 Kommentare)

Schlechte Ernteprognosen, Exportstaus, Unsicherheit: Die Preise für Lebensmittel bleiben auch in der jüngsten Erhebung des Statistischen Bundesamts auf einem sehr hohen Niveau. Ein genauer Blick auf die Entwicklung zeigt, dass es in der angespannten Situation aber nicht nur Gewinner gibt.

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) errechnete, haben sich die Preise im Mai 2022 für alle landwirtschaftlichen Produkte im Vergleich zum April insgesamt leicht – um 0,7 Prozent – rückläufig entwickelt. Die Gegenüberstellung mit dem Vorjahresmonat Mai 2021 ergibt noch immer eine deutliche Steigerung von 36 Prozent.

Der Krieg Russlands hat zum einen die Produkte verteuert, für die die Ukraine ein wichtiger Exporteur ist. Zum anderen scheinen sich bei der hohen Inflationsrate die Prioritäten der Verbraucher zu ordnen. So ging beispielsweise die Nachfrage für bestimmte Obst- und Gemüsesorten zurück, wodurch sich auch deren Preise nach unten bewegten. Weiterhin zogen die Preise für tierische Produkte nicht so extrem an wie zum Beispiel für Getreide.

Weniger Nachfrage bei Obst und Gemüse

Entwicklung der Erzeugerpreise

Dennoch haben sich die Preissteigerungen für pflanzliche und tierische Erzeugnisse wieder angenähert. Im März und April 2022 kletterten die Preise für pflanzliche Produkte viel schneller nach oben als die Preise für tierische Produkte.

Fallende Preise für Obst und Gemüse dämpften die Verteuerung pflanzlicher Erzeugnisse insgesamt. Im Jahresvergleich fielen die Preise für Obst um 18,6 Prozent, für Gemüse um knapp 17 Prozent. Besonders Erdbeeren wurden im Vergleich zum Mai 2021 günstiger – um 32 Prozent. Eisbergsalat wurde im 39 Prozent, Blumenkohl um 32 Prozent, Spargel um 21 Prozent und Tomaten wurden um 30 Prozent günstiger. Beim Spargel sei es nach Angaben des Statistischen Bundesamts zu witterungs- und importbedingten Übermengen gekommen.

Im Mai 2022 zeichnete sich noch kein Rückgang der Getreidepreise, wie er jetzt zu beobachten ist, ab. Hinzu kamen laut Destatis um fast 61 Prozent höhere Rapspreise, was bereits eine Abschwächung der Entwicklung bedeutete. Der Jahresvergleich für den Monat April ergab für Raps noch eine Steigerung von 77 Prozent.

Für Kartoffeln wurde ein Plus von über 111 Prozent errechnet. Damit setzte sich der Aufwärtstrend noch weiter fort.

Hohe Kosten für Tierhalter spiegelten sich wider

Insgesamt lagen die Preise für tierische Erzeugnisse im Mai 2022 um 35,2 Prozent höher als im Mai 2021. Etwas höher (35,8 Prozent) war der Preisanstieg im April.

Um knapp 42 Prozent zugenommen hat der Milchpreis. Der Anstieg der Eierpreise um 26,7 Prozent sei laut Destatis auf die gestiegenen Energie-, Transport- und Verpackungskosten zurückzuführen.

Bei den höheren Tierpreisen weist Destatis auf die gestiegenen Kosten für Energie und Futtermittel hin. Die Preise für Rinder lagen im Mai 2022 um 41,3 Prozent, die der Schlachtschweine um knapp 24 Prozent über denen des Vorjahresmonats.

Um fast 36 Prozent stiegen die Geflügelpreise, was vor allem an den höheren Preisen für Hähnchen (+ 45 Prozent) gelegen habe.

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