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EU-Exporte von Butter und Käse deutlich gestiegen

© AMI
Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI),
18.08.2016

Das Exportgeschäft der Europäischen Union mit Milchprodukten hat sich in der ersten Jahreshälfte von 2016 je nach Produktgruppe unterschiedlich entwickelt. Sowohl Butter als auch der Exportschlager Käse wurden vermehrt seitens Drittstaaten nachgefragt, während die Geschäfte mit Milchpulver gegenüber dem Vorjahr insgesamt ruhiger verliefen.

Butter wurde von Januar bis Juni umfangreicher in Drittstaaten exportiert als 2015. Der deutlichste Anstieg zum Vorjahreszeitraum war dabei im April zu verzeichnen. In diesem Monat wurden mehr als 20.000 t Butter ausgeführt. Im Mai und Juni ist das Exportaufkommen dann zwar wieder zurückgegangen, zuletzt wurde das Vorjahresniveau dennoch weiterhin deutlich übertroffen. Insgesamt wurden in der ersten Jahreshälfte von 2016 rund 94.000 t Butter in Länder jenseits der Unionsgrenzen ausgeführt. Das Export-Plus gegenüber der ersten Hälfte von 2015 liegt damit bei 36 %. Mengenmäßig bedeutendster Abnehmer war dabei, wie schon im Vorjahr, Saudi-Arabien.

Ein ähnliches Bild zeigte sich für das Flaggschiff des EU-Außenhandels, den Käse. Hier haben die Exporte seit dem Beginn des Jahres 2016 die Vorjahreslinie bislang durchgehend übertroffen. Dabei wurden in den Monaten März bis Juni jeweils knapp 70.000 t Käse in Drittstaaten ausgeführt. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum lagen die exportierten Mengen pro Monat rund 10.000 t darunter. Insgesamt konnten in der ersten Jahreshälfte von 2016 rund 392.000 t Käse in Länder außerhalb der Union exportiert werden. Gegenüber der ersten Hälfte von 2015 entspricht dies einem Plus von 14 %. Mengenmäßig bedeutendster Abnehmer war dabei nach wie vor die USA.

Neben Butter und Käse zeigten sich im ersten Halbjahr von 2016 auch bei Molkenpulver sowie Kasein und Kaseinaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum im Export deutliche Zuwächse.

Milchpulver ruhiger nachgefragt

Ruhiger ging es dagegen im Exportgeschäft mit Milchpulver zu. Magermilchpulver zeigte sich, was die Ausfuhren aus der EU in Drittstaaten betrifft, schwächer als im vergangenen Jahr. Von März bis Mai wurde hier das Vorjahresniveau zunehmend unterschritten. Im Juni ist das Exportvolumen jedoch nicht weiter gesunken und konnte sich sogar etwas stabilisieren. Aufsummiert wurde von Januar bis Juni dieses Jahres 14 % weniger Magermilchpulver im Drittlandsgeschäft abgesetzt als im entsprechenden Zeitraum von 2015. Bedeutendster Abnehmer im bisherigen Jahresverlauf war dabei Algerien.

Die in Drittstaaten ausgeführten Mengen an Vollmilchpulver haben sich im Verlauf der ersten Jahreshälfte mal knapp über, mal ein wenig unterhalb der Vorjahreslinie bewegt. Im Juni hat sich das Exportaufkommen dem Umfang des Vorjahres von oben her angenähert. Insgesamt wurden in der ersten Jahreshälfte von 2016 rund 205.377 t Vollmilchpulver in Länder außerhalb der Union ausgeführt. Die Exporte haben damit gegenüber Januar bis Juni 2015 um 3 % zugelegt. Mengenmäßig bedeutendster Abnehmer war dabei der Oman, der Vollmilchpulver in bislang unverändertem Umfang aus der EU bezog. Daneben war auch bei Kondensmilch ein deutlicher Rückgang der Exporte zu verzeichnen.

EU hält führende Position als Exporteuer

Im ersten Halbjahr von 2016 hat die EU im weltweiten Ranking gegenüber dem Vergleichszeitraum von 2015 ihre Position als führender Exporteuer von Milcherzeugnissen behauptet. Für Magermilchpulver, Käse, Molkenpulver und Kondensmilch lag die EU im internationalen Vergleich weiterhin auf Platz 1. Beim Export von Kasein und Kaseinaten konnte die Union mit einem Plus von 60 % deutlich zulegen und damit Neuseeland vom ersten Rang verdrängen. Für Butter und Butteröl, Vollmilchpulver und Laktose lag die Union im ersten Halbjahr von 2016 beim Export weltweit nach wie vor auf Platz 2.

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Marktexperten

Herr Steffen Kemper - AMI Experte für Agrarrohstoffe

Steffen Kemper

Junior-Produktmanager Agribusiness


Tel.: (0228) 33805-517
Kontakt: AMI Expertenseite

Autor von Marktkommentaren und Fachbeiträgen zu Agrarrohstoffen