Login

EU-Milchanlieferung sinkt auf Vorjahresniveau

© AMI
Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI),
20.07.2016

Die Milchanlieferung in der EU hat sich in den ersten fünf Monaten dieses Jahres oberhalb des Niveaus von 2015 bewegt. Dabei sind die Zuwächse gegenüber dem Vorjahr ab April spürbar zurückgegangen. Im Mai lag das Milchaufkommen im Zuge dessen sogar wieder auf dem Niveau des Vorjahres.

In den einzelnen Mitgliedstaaten waren im Mai im Vorjahresvergleich überwiegend Abnahmen bei den Zuwachsraten oder sogar rückläufige Milchmengen festzustellen. Demzufolge bewegte sich das Milchaufkommen nach Berechnungen der AMI im Mai nicht länger oberhalb der Vorjahreslinie. Nach noch vorläufigen oder geschätzten Daten wurde mit rund 14 Mio. t EU-weit ebenso viel Milch angeliefert wie im Mai 2015. Bereits im April verringerte sich der Vorsprung gegenüber dem Vorjahresmonat auf 1,6 %. Damit hat sich das starke und flächendeckende Wachstum ab dem Beginn des zweiten Quartals nicht fortgesetzt. Im ersten Quartal bewegte sich die Milchanlieferung an die Molkereien dagegen mit einem Plus von 5,7 % noch deutlich oberhalb des Niveaus des entsprechenden Vorjahreszeitraumes.

Von Januar bis Mai summierten sich die EU-weit angelieferten Milchmengen auf gut 66,1 Mio. t. Damit war das Rohstoffaufkommen bei den Molkereien in den ersten fünf Monaten von 2016 im Tagesschnitt um 3,6 % höher als im vergleichbaren Zeitraum von 2015.

Zu dem verringerten Wachstum beim EU-Milchaufkommen im April und Mai dieses Jahres haben die Entwicklungen in den produktionsstärksten Mitgliedsländern der Union entscheidend beigetragen, allen voran Deutschland und Frankreich gefolgt von den Niederlanden, dem Vereinigten Königreich, Italien und Polen. In Deutschland zeichnet sich für den Monat Juni zum ersten Mal in diesem Jahr ein Rückgang der Milchanlieferung unter das Vorjahresniveau ab, wobei die Zuwachsraten bereits seit März rückläufig waren. In Frankreich bewegt sich das Milchaufkommen bereits seit März dieses Jahres unterhalb der Linie von 2015 und erreichte im Mai ein Minus von 1,8 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Auch im Vereinigten Königreich ist das Milchaufkommen seit dem Ende des ersten Quartals stetig zurückgegangen. Im Mai wurde im Zuge dessen ein deutliches Minus von 4,8 % gegenüber dem Vorjahr erreicht. In Italien ist die Milchanlieferung im Mai ebenfalls deutlich zurückgegangen und sank um 5,6 % unter das Niveau von 2015. Im Gegensatz dazu wurde in den Niederlanden anhaltend mehr Milch angeliefert als zwölf Monate zuvor, die monatlichen Zuwächse sind jedoch seit März rückläufig. In Polen hat sich der Vorsprung gegenüber dem Vorjahr im Mai auf 1,7 % weiter verringert.

Wie wird es in den kommenden Monaten weitergehen?
In der EU-weiten Betrachtung dürfte die Milchanlieferung im Mai ihr diesjähriges Saisonhoch erreicht haben und sich seitdem im saisonalen Abschwung befinden. Bis in den November hinein wird sich dieser voraussichtlich fortsetzen und könnte aufgrund der unbefriedigenden Erlössituation auf der Erzeugerseite im Vorjahresvergleich durchaus überdurchschnittlich ausfallen. Die zuletzt deutlichen Rückgänge oder sinkenden Zuwachsraten bei der Milchanlieferung in den einzelnen Mitgliedstaaten deuten für Juni einen ersten EU-weiten Rückgang des Milchaufkommens unter die Vorjahreslinie an.

Sie sind noch kein Kunde und möchten vom Expertenwissen der AMI profitieren? Dann nutzen Sie die Bestellmöglichkeiten in unserem Shop, und sichern Sie sich noch heute Ihren persönlichen Zugang zum Markt aktuell Milchwirtschaft.

Marktexperten

Herr Steffen Kemper - AMI Experte für Agrarrohstoffe

Steffen Kemper

Junior-Produktmanager Agribusiness


Tel.: (0228) 33805-517
Kontakt: AMI Expertenseite

Autor von Marktkommentaren und Fachbeiträgen zu Agrarrohstoffen