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EU-Rinderbestände auf Wachstumskurs

EU-Rinderbestände auf Wachstumskurs
© AMI
Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI),
23.11.2016

Seit inzwischen 4 Jahren nehmen die Rinderbestände in der EU stetig zu. Auch im Mai/Juni 2016 wurden in den meldenden Ländern in der Summe 0,8 % Tiere mehr registriert als noch 2015. Auf die EU insgesamt hochgerechnet ergibt sich demnach eine Gesamtherde von 89,8 Mio. Tieren. Zuletzt wurden 2009 europaweit geringfügig mehr Rinder gehalten.

Anders als in den vergangenen Jahren ist dabei allerdings nicht nur das Aufstocken der Milchkuhbestände als Grund zu nennen. Deren Anzahl stagnierte vielmehr in den meisten Ländern oder nahm sogar geringfügig ab. Als Grund ist die schwierige Wirtschaftslage der Milchbauern zu nennen. Erst in den vergangenen Wochen, seit dem Herbst, stieg der Milchpreis langsam wieder und die umfangreichen Kuhschlachtungen pendelten zurück.

Während die Zahl der Milchkühe leicht zurück ging, nahm die Anzahl der sonstigen Kühe, worunter fleischbetonte Ammenkühe (auch als Mutterkühe bezeichnet) zählen, erneut leicht zu. Wie schon im vergangenen Jahr ist dies insbesondere in Spanien und Irland der Fall, wo auch ganz allgemein das größte Wachstum der Rinderbestände zu verzeichnen ist. Damit verbunden ist auch eine erhöhte Anzahl an Kälbern und Jungrinder.

EU-Rindfleischerzeugung 2017 auf hohem Niveau stabil

Die Rindfleischproduktion in der EU ist im Jahr 2016 kräftig ausgedehnt worden. Mit insgesamt geschätzten 7,96 Mio. t produziertem Rindfleisch wurde das Vorjahresergebnis um 4,3 % übertroffen. Für 2017 erwarten die meisten Marktexperten für Europa eine Stabilisierung der erzeugten Rindfleischmenge auf relativ hohem Niveau. Der Grund des starken Wachstums im Jahr 2016 waren hauptsächlich deutlich erhöhte Kuhschlachtungen im Zuge der Milchkrise. Mit geschätzten gut 8,0 Mio. t sollte sich die EU-Produktion im Jahr 2017 auf hohem Niveau behaupten. Dies begründet sich insbesondere durch die im europäischen Mittel leicht gestiegenen Rinderbestände im Frühsommer 2016 und die erhöhten Schlachtgewichte. Die Prognosen zur Rindfleischerzeugung fallen in den einzelnen Ländern recht unterschiedlich aus. Während in Deutschland, in Italien und in Österreich mit einem leichten Produktionsrückgang gerechnet wird, so dürfte in Frankreich, Spanien und besonders in Irland die Erzeugung leicht bis stark wachsen. In Irland und in den Niederlanden sind die Milchkuhbestände in den vergangenen zwei Jahren relativ stark aufgestockt worden. Auch im Jahr 2017 wird dieser Trend in Irland anhalten. Für die Erzeugerpreise werden sowohl für Schlachtkühe als auch für männliche Rinder zumindest stabile Auszahlungspreise prognostiziert, da der Rindfleischverbrauch in der Summe der EU robust ist. Zudem haben die Exportmöglichkeiten von Nutz- und Zuchtrindern aus der EU heraus sowie von Nebenerzeugnissen vom Rind gutes Wachstumspotenzial.

Mehr zu den Entwicklungen und Aussichten am Rindermarkt lesen Sie im neuen Markt Report Fakten und Trends 2017 der am 15.12.2016 erscheint.

Wie sich der Rinder- und Schweinemarkt weiter entwickelt ist auch ein Thema beim nächsten BranchenDialog Fleisch & Wurst am 31.5./1.06.2017 in Köln. Es erwartet Sie ein abwechslungsreiches Programm mit Fachvorträgen, Networking Abend sowie Betriebsbesichtigungen am zweiten Tag.

Marktexperten

Herr Matthias Kohlmüller - AMI Experte für Fleischwirtschaft

Matthias Kohlmüller

Marktanalyst Fleischwirtschaft


Tel.: (030) 8109597-12
Kontakt: AMI Expertenseite

Intensive Kontakte zu europäischen Organisationen (IMPA Meeting) und Mitglied im EU-Prognoseausschuss, Mitarbeit in Fachgremien und im Bundesmarktverband. Referent auf nationalen und internationalen Veranstaltungen.