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Europäische Getreidekurse lösen sich von Chicago

Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI),
12.05.2016

Lebhafter Weizenexport führt zu Verladestau, Weizenkurse geben zur Vorwoche leicht nach, fester Euro und Prognose einer global reichlichen Versorgung drücken, Mais befestigt sich stetig und schloss über Vorwochenlinie. Maisaussaat in Frankreich stark beeinträchtigt, Weizenfeldbestände etwas schlechter bonitiert.

 

An der Börse in Paris konnte sich Ende der Vorwoche der Weizenkurs von den Vorgaben aus Chicago lösen und leicht zulegen. Börsentechnik vor dem Ende des Mai-Kontraktes sorgte kurzzeitig für Schwäche, die aber wieder abgelegt werden konnten. Der Mai-Termin verabschiedet sich mit 150 EUR/t und damit nahezu auf Vorwochenlinie. Der Aufschlag für September lag bei knapp 10 EUR/t. Der Kassamarkt berechnet seine Prämien allerdings auf den Dezember-Kontrakt der zuletzt bei 166,50 EUR/t schloss und so gut 1 EUR/t unter Vorwochenlinie. Die Kassaprämie in Deutschland liegt 6-7 EUR/t darunter. Trotz des zuletzt wieder festeren Euro, der die Gewinne begrenzte, zeigen die lebhaften Drittlandsexporte Preiswirkung. Aufgrund des niedrigen Preisniveaus ist EU-Weizen weiterhin wettbewerbsfähig, denn er hat sich gegenüber russischer Ware zuletzt sogar vergünstigt, während sich Schwarzmeerweizen aufgrund des knapper werdenden Angebotes langsam verteuert. In den europäischen Häfen wird sogar von Verladestau berichtet. Sowohl in Frankreich als auch in Deutschland kommen die Kapazitäten derzeit der Nachfrage nicht hinterher. Zahlreiche kursstützende Meldungen gab es zudem aus Frankreich, so wurden die Feldbestände etwas schlechter bonitiert als in der Vorwoche und das Landwirtschaftsamt kürzte die Endbestandsprognose 2015/16 für Weichweizen deutlich. Auch aus Großbritannien kamen bullische Argumente. Dort könnte die Weizenernte mit 14,5-15 Mio. t das Vorjahresergebnis um 6-10 % verfehlen.

 

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Marktexperten

Frau Wienke von Schenck - AMI Expertin für Getreide und Ölsaaten

Wienke von Schenck

Marktanalystin Getreide und Ölsaaten


Tel.: (0228) 33805-351
Kontakt: AMI Expertenseite

Autorin von Fachbeiträgen und Analysen zum Getreide-, Futtermittel- und Ölsaatenmarkt, Referentin auf Veranstaltungen des Agribusiness, Mitarbeit in Fachgremien