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Frische Speisekartoffeln immer weniger gefragt

Frische Speisekartoffeln immer weniger gefragt
© AMI
Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI),
31.01.2017

Ein rückläufiger Speisekartoffelabsatz trifft nicht alle Verkaufsstätten gleichermaßen. So kauften die Privathaushalte im LEH in 2016 nur 1,2 % weniger Kartoffeln. In den Einkaufsstätten außerhalb des LEHs waren es dagegen minus 13,6 %.

Sowohl der Erzeuger-Verbraucher-Direktverkehr als auch die Wochenmärkte oder die Obst- und Gemüsefachgeschäfte haben deutlich verloren. Nur im Naturkosthandel gingen etwas mehr Kartoffeln über die Theke. Der Kartoffeleinkauf außerhalb des LEHs hatte in 2016 nur noch einen Absatzanteil von 20 %. Drei Jahre früher waren es noch 25 %.

Im LEH scheint der Trend zum Discount zumindest bei Kartoffeln gebrochen zu sein. Während diese nämlich meistens verloren und im Schnitt auf minus 2,5 % kamen, legten die sonstigen Food-Vollsortimenter um 0,6 % zu und die SB-Warenhäuser behaupteten sich ganz knapp mit einem Minus von 0,01 %. Weihnachten hinterließ im Dezember deutliche Spuren im Kartoffelabsatz. So waren die beiden Wochen davor wieder sehr absatzstark. Davon haben vor allem die sonstigen Food-Vollsortimenter profitiert, die im Dezember 7 % mehr Kartoffeln verkauften. Der Discount verlor dagegen überdurchschnittlich um 3,7 %.

Das Einkaufsverhalten in den verschiedenen Regionen Deutschlands hat sich unterschiedlich entwickelt. Am stärksten wendeten sich die Verbraucher im Südosten (-6,2 %) und in NRW (-6,8 %) von der Kartoffel ab und hielten ihr im Nordwesten (-1,7 %) und im Nordosten (-2,0 %) am ehesten die Treue. Langfristig – seit 2012 – hat der Absatz ebenfalls im Südosten mit minus 18,4 % am meisten eingebüßt, gefolgt vom Nordosten (-15,0 %) und von NRW (-14,1 %). Mit minus 4,1 % veränderte sich das Einkaufsverhalten in Baden-Württemberg am wenigsten.

Mit den geringeren Kartoffeleinkäufen geht einher, dass die Packungsgrößen schrumpfen. Es wurden weniger Kartoffeln in 3, 4, 5, 10 oder 25 kg-Einheiten gekauft. Beliebt sind dagegen 1 und 1,5 kg Beutel sowie 2 und 2,5 kg Beutel. In 2016 wurden nach Erfassung der GfK 24,6 % der Kartoffeln lose verkauft, 29,9 % der Kartoffeln in Gebinden über 3 kg und 45,6 % in den kleineren Verpackungseinheiten.

Die hier nur kurz dargestellten Daten aus unserer Marktforschung können wir Ihnen ganz nach Bedarf ausführlich aufbereiten. Regelmäßige Informationen zur Entwicklung des deutschen und europäischen Kartoffelmarktes finden Sie online im Markt aktuell Kartoffeln oder dienstags und freitags in der Markt Woche Kartoffeln die Sie per E-Mail erhalten.

Marktexperten

Christoph Hambloch

Christoph Hambloch

Marktanalyst Kartoffeln


Tel.: (0228) 33805-352
Kontakt: AMI Expertenseite

Autor von Fachbeiträgen und Produktstudien, langjährige intensive Kontakte zu nationalen und internationalen Unternehmen der Kartoffelbranche. Mitglied von Fachgremien und Institutionen im Bereich Kartoffelanbau.