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Frühkartoffeln lassen auf sich warten

Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI),
25.05.2016

Der Speisefrühkartoffelmarkt ist momentan sehr knapp versorgt. Abpacker suchen teilweise händeringend nach Ware, nachdem sie den Verkauf von Lagerkartoffeln nach und nach einstellen mussten. Spanien hat sich deutlich verspätet und das hiesige Angebot steht noch lange nicht bereit.

Absatzboom für Frühkartoffeln aus Ägypten
Die sehr knappe Versorgungslage hat vor allem zwei Gründe: Die früh geräumten Lagerbestände aus dem Vorjahr sorgten bei Frühkartoffeln aus Ägypten für einen regelrechten Absatzboom von April bis zuletzt. Einige hatten das kommen sehen und den Importeuren bei Zeiten jede Menge Kartoffeln zu den damals noch recht günstigen Konditionen abgenommen und ins eigene Kühllager verbracht. Sie wurden so dann im LEH sehr flott abverkauft. Wer auf Nachlieferungen aus der Sommerernte hoffte, wird heute meistens enttäuscht. Die wird es bis auf Ausnahmen nicht geben. Insofern ist Ware aus Ägypten heute ausverkauft, drei Wochen früher als in anderen Jahren üblich.

Der zweite Grund für die jetzt enge Versorgungslage ist die extrem nasse Woche vor Pfingsten in Spanien. Der viele Regen hat die Reifeförderung verzögert. Teilweise soll sie diese Woche noch nicht auf allen für die frühe Vermarktung vorgesehenen Flächen erfolgt sein. Es wird wohl noch bis zur zweiten Juniwoche, KW 23, dauern, bis die Haupternte startet. Allerdings sind nicht alle Vermarkter von dieser Situation betroffen. Diejenigen, die mit entsprechenden Sorten immer besonders früh mit Spanien anfangen, hatten die Reifeförderung kurz vor dem Regen erledigt und haben bisher noch weniger Probleme mit dem Nachschub.

Aus Israel werden in der nächsten Zeit wie gewohnt noch Mengen kommen, diese sind aber fast alle in Programmen gebunden.

Lage in Spanien könnte sich noch zuspitzen
Jetzt wird spekuliert, wie lange die momentane Durststrecke wohl andauern mag. Frühkartoffeln aus Deutschland werden noch auf sich warten lassen und das gut und gerne vier Wochen lang. So muss sich dringend die Lage in Spanien ändern. Dort könnte sich die Situation aber noch verschlechtern. Die Nässe dürfte Ausfälle wegen Krautfäule und Nassfäule nach sich ziehen. Probennahmen zeigen, dass der Knollensatz oft nicht so groß wie gewünscht ist. Die Kartoffeln in Andalusien ziehen zudem nicht nur Käufer aus Deutschland an. Belgier, Franzosen, Briten, Skandinavier und der heimische Markt wären allesamt ebenfalls an den Knollen interessiert.

Die AMI startet im Juni wieder die Tagesberichterstattung für Frühkartoffeln aus dem Anbau in Deutschland. Markt Saison Frühkartoffeln bietet tagesaktuelle Preise und Fakten. Die werden vor dem Hintergrund der Entwicklungen bei Importware aus Spanien, Italien oder Israel bewertet und analysiert. Damit liefert der Fax- oder E-Maildienst eine fachlich fundierte Entscheidungsgrundlage und zwar nicht nur für Erzeuger und Abpacker, die den LEH mit festschaliger Ware versorgen, sondern auch für die Spezialisten der Vermarktung über Großmärkte, von wo es eine regelmäßige Preisübersicht gibt.

Marktexperten

Christoph Hambloch

Christoph Hambloch

Marktanalyst Kartoffeln


Tel.: (0228) 33805-352
Kontakt: AMI Expertenseite

Autor von Fachbeiträgen und Produktstudien, langjährige intensive Kontakte zu nationalen und internationalen Unternehmen der Kartoffelbranche. Mitglied von Fachgremien und Institutionen im Bereich Kartoffelanbau.