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Globale Weizennachfrage steigt stärker als bisher angenommen

Globale Weizennachfrage steigt stärker als bisher angenommen
Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI),
15.09.2016

In seiner jüngsten Monatsschätzung korrigiert das USDA Angebots- und Verbrauchsdaten nach oben. Allerdings wird Ende 2016/17 nicht mehr ganz so viel übrigbleiben wie bislang erwartet.

Die globale Weizenproduktion wurde erneut höher geschätzt. Mit knapp 745 Mio. t sind es nun 1,4 Mio. t mehr als im Vormonat und so 10 Mio. t mehr als im Vorjahr. Vor allem für Australien wurde kräftig erhöht. Dort sollen 2016 rund 27,5 Mio. t zusammenkommen, 1 Mio. t mehr als bislang erwartet und so viel wie seit 5 Jahren nicht mehr. Das gilt auch für Kasachstan. Mit 16,5 Mio. t liegt die Prognose nun 1,5 Mio. t über Vormonatslinie und so hoch wie seit 2011/12 nicht mehr. Angehoben wurden überdies die Ernteprognosen für Kanada, Brasilien und Indien. Demgegenüber sieht das USDA die Weizenernte der EU-28 nun noch kleiner als bisher. Sie kürzte die Prognose um 2 Mio. t auf 145 Mio. t. Damit wächst der Abstand zum Vorjahresergebnis auf 15 Mio. t.

Die niedrigeren Weizenpreise am Weltmarkt – in Chicago notiert der Fronttermin aktuell 23 % unter Vorjahreslinie – dürften den Verbrauch ankurbeln und auf neue Rekordhöhen schrauben. Prognostiziert werden 737 Mio. t, wobei sich für nahezu alle wichtigen Ländern die Schätzungen über Vorjahreslinie bewegen. Ausnahmen sind die EU-28, die Türkei und Brasilien.

Die Korrektur der Anfangsbestände, aber auch die gegenüber den Erntedaten stärkere Anhebung der Verbrauchszahlen geht zulasten der Vorräte. Diese sollen am Wirtschaftsjahresende nur noch 249 Mio. t betragen, das sind fast 4 Mio. t weniger als noch im August 2016 geschätzt worden war, übersteigen das Vorjahresergebnis allerdings um gut 8 Mio. t und markieren damit einen neuen Höchststand. Diese Bestände würden die Nachfrage am Weltmarkt noch für 122 Tage decken.

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Marktexperten

Frau Wienke von Schenck - AMI Expertin für Getreide und Ölsaaten

Wienke von Schenck

Marktanalystin Getreide und Ölsaaten


Tel.: (0228) 33805-351
Kontakt: AMI Expertenseite

Autorin von Fachbeiträgen und Analysen zum Getreide-, Futtermittel- und Ölsaatenmarkt, Referentin auf Veranstaltungen des Agribusiness, Mitarbeit in Fachgremien

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