Größere Sonnenblumenernten in Rumänien und Bulgarien erwartet

von AMI-Experte am

Für 2017 rechnet die EU-Kommission mit einem deutlichen Anstieg der EU-Sonnenblumenernte auf 9 Mio. t. Damit würde die Produktion fast wieder das Niveau von 2014 erreichen.

Die Anbaufläche zur Ernte 2017 sieht die Kommission hingegen unter dem Strich nahezu unverändert. Daraus folgt, dass es vor allem höhere Ertragserwartungen sind, aus denen das avisierte Ernteplus resultiert. Das produktionsschwache Jahr 2015, als Landwirte den Anbau aufgrund unbefriedigender Erlöse zurückgefahren hatten, scheint damit überwunden.

Unter den flächenmäßig bedeutendsten Erzeugerländern innerhalb der EU-28 hat sich an der Rangfolge nichts geändert. Rumänien liegt mit einer Anbaufläche von 1,04 Mio. ha, ein Plus von 2,2 % gegenüber Vorjahr, weiterhin unangefochten auf Platz 1. Dahinter folgen Bulgarien mit 810.000 ha, Spanien mit 719.000 ha und Ungarn mit 658.000 ha: Frankreich liegt wie im Vorjahr auf Platz 5. Mit einer Anbaufläche von 548.000 ha ist hier jedoch ein deutlicher Rückgang von 6,3 % zu verbuchen.

Steigende Erntemengen 2017 werden besonders in Rumänien und Bulgarien erwartet. Rumänien dürfte mit 2,25 Mio. t rund 15 % mehr produzieren als im Vorjahr, Bulgarien mit einer avisierten Erzeugung von 2,08 Mio. t sogar auf ein Plus von 16 % kommen.

Auch für Spanien rechnet die Kommission mit steigenden Erntemengen, trotz konstanter Anbaufläche. Für Ungarn sieht sie hingegen einen Rückgang von 1,89 Mio. t auf 1,80 Mio. t, obwohl die Anbaufläche hier sogar gestiegen ist. Weniger überraschend ist da die schwächere Ernteschätzung für Frankreich. Aufgrund des Anbauflächenrückgangs wird eine Sonnenblumenernte von 1,11 Mio. t erwartet, ein Minus von 6,8 % gegenüber dem Vorjahr.

Globale Sonnenblumenerzeugung weiter steigend

Auch global werden steigende Erntemengen für Sonnenblumen erwartet. Das US-Landwirtschaftsministerium USDA schätzt die weltweite Erzeugung 2016/17 auf 45,75 Mio. t, ein Plus von 13 % gegenüber dem Vorjahr. Erste Prognosen für das Wirtschaftsjahr 2017/18 sehen einen weiteren Anstieg der Erntemenge auf 46,58 Mio. t, was einem leichten Plus von 1,8 % gegenüber Vorjahr entspräche. Verhältnismäßig stärker als die Produktion dürfte im Wirtschaftsjahr 2017/18 der Verbrauch von Sonnenblumen steigen, um 2,5 % auf 46,54 Mio. t. Ernte- und Verbrauchsmengen nähern sich demzufolge an, der Produktionsüberschuss dürfte entsprechend kleiner ausfallen als im Vorjahr. Vor diesem Hintergrund rechnet das US-Landwirtschaftsministerium mit rückläufigen Endbeständen.

Bedeutendste Produzenten dürften in 2017/18 unverändert die Ukraine gefolgt von Russland bleiben, die zugleich wichtigste Konsumenten für Sonnenblumensaat sind. Währenddessen dürfte die EU-28 bedeutendster Verbraucher von Sonnenblumennachprodukten, Schrot und Öl, bleiben.

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Marktexperten

Herr Steffen Kemper - AMI Experte für Agrarrohstoffe

Steffen Kemper

Junior-Produktmanager Agribusiness


Tel.: (0228) 33805-517
Kontakt: AMI Expertenseite
Autor von Marktkommentaren und Fachbeiträgen zu Agrarrohstoffen