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Günstiges Sojaschrot drückt Mischfutterpreise

Günstiges Sojaschrot drückt Mischfutterpreise
© AMI
Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI),
23.08.2016

Veredelungsbetriebe haben Grund zur Freude. Im August 2016 wurden die Verkaufspreise für Mischfutter deutlich zurückgenommen, im Schnitt um 2,5 % gegenüber Vormonat. Einzige Ausnahme waren Milchaustauscher, die sich aufgrund steigender Rohstoffpreise verteuert haben. Grund für den Preisrückgang waren vor allem die preisgünstigeren Proteinkomponenten, aber auch Futtergetreide war deutlich günstiger verfügbar als im Vorjahr. Die Preisrücknahmen für Mischfutter aller Verwendungsrichtungen betrugen rund 0,5-4 % gegenüber Vormonat. Dabei gaben proteinreiche Mischungen etwas stärker nach als energiereiche.

Schweinemastfutter 11 % unter Vorjahrespreis

Die größten Preisrücknahmen wurden bei den Rinderfuttermitteln gemeldet. Milchleistungsfutter hat sich im Schnitt um 3,3 % gegenüber Vormonat vergünstigt. Der Preisabstand zwischen 20er und 18er-Ware wächst dabei von Monat zu Monat.

Schweinemastfutter hat sich im August 2016 im Schnitt um 2,7 % gegenüber Vormonat verbilligt und unterschreitet das Vorjahresniveau so um rund 11 %.

Bei den Geflügelfuttermitteln zeichnet sich ein etwas deutlicherer Preisrückgang für Hennen- und Hähnchenfutter ab. Hier wurde im Schnitt ein Minus von 2,4 % ermittelt, während Putenfutter nahezu preisstabil bewertet wurde.

Kontrakte zumeist kurzfristig

Die witterungsbedingt stockende Ernte fördert Spekulationen auf größere Mengen Getreide in Futterqualität und damit auf weitere Preisrücknahmen. Auch wenn das Interesse etwas zunimmt, längerfristige Abnahmekontrakte kommen kaum zustande. Es werden überwiegend Ergänzungszukäufe getätigt, die bis Oktober 2016 Planungssicherheit geben. Zudem werden Preistiefs zum Kauf von Teilmengen genutzt. Aber auch bei den Proteinkomponenten zögern Landwirte längerfristige Verträge einzugehen.

Proteine deutlich günstiger

Die Proteinpreise haben kräftig nachgegeben. Druck kam dabei vor allem aus den USA. Nach einer nahezu optimalen Vegetationsperiode zeichnet sich dort eine Rekordernte ab. Die Sojaschrotpreise geben seit Anfang März 2016 nach und erreichten Mitte August ein 4-Monatstief. Der Preisrückgang hat bisher noch nicht ausgereicht, um die Nachfrage spürbar zu beleben.

Demgegenüber hat das Interesse an Rapsschrot zugenommen. Hier haben die frei-Hof-Preise mit einem Minus von 5 % zum Vormonat allerdings nicht so deutlich nachgegeben wie für Sojaschrot. Immer mehr Milcherzeuger stellen sich den Anforderungen der Molkereiwirtschaft auf den Einsatz von gentechnikfreien Proteinkomponenten. Damit rückt Rapsschrot zunehmend in den Vordergrund.

Mehr Heu, weniger Stroh

Die diesjährige Raufutterernte ist sehr heterogen und stark von den Niederschlägen der vergangenen Wochen geprägt. Während das wechselhafte Wetter die Getreideernte und damit auch die Strohbergung immer wieder bremste, profitierte Grünland von der feuchten Witterung. In einigen Bundesländern wird von einem Mehrertrag gegenüber Vorjahr von 30-40 % gesprochen. Allerdings sind die Qualitäten nicht immer zufriedenstellend, es scheint sich ein knappes Angebot an gutem Heu herauszukristallisieren. Die Strohernte hat 2016 gelitten, Gerstenstroh ist aufgrund der Frühsommertrockenheit kurz und spärlich, Weizenstroh beeinträchtigten die Regenfällen. Die Aussicht auf weniger Angebot konnte bis dato noch keine Preiswirkung erzielen.

Detaillierte Preisentwicklungen für Mischfutter und Futterkomponenten sowie die Marktlage in den einzelnen Bundesländern finden Sie im Onlinedienst Markt aktuell Futtermittel. Darüber hinaus wird tagesaktuell die Entwicklung der Terminmarktkurse und der Abgabepreis für Ölschrote dargestellt. Sollten Sie noch kein Abonnent sein, dann sichern Sie sich noch heute Ihre Zugangsdaten im Shop.

Marktexperten

Frau Wienke von Schenck - AMI Expertin für Getreide und Ölsaaten

Wienke von Schenck

Marktanalystin Getreide und Ölsaaten


Tel.: (0228) 33805-351
Kontakt: AMI Expertenseite

Autorin von Fachbeiträgen und Analysen zum Getreide-, Futtermittel- und Ölsaatenmarkt, Referentin auf Veranstaltungen des Agribusiness, Mitarbeit in Fachgremien