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Handel mit Milchprodukten am Weltmarkt belebt

Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI),
22.06.2016

Im bisherigen Jahresverlauf waren die Aussichten am Milchmarkt wenig rosig. Ein weltweit hohes Milchaufkommen hat das Angebot von Milch und Milchprodukten am Weltmarkt bereits im Vorjahr stark steigen lassen. Dieses konnte von einer vergleichsweise schwachen Nachfrage nicht vollständig aufgenommen werden. Ein Sinkflug der Preise war die Folge. Ein kleiner Lichtblick ist jedoch die leichte Belebung des Handels mit Milchprodukten am Weltmarkt.

Die Nachfrage scheint nach den sehr ruhigen Tendenzen im vergangenen Jahr in den ersten vier Monaten von 2016 insgesamt leicht anzuziehen, was sich in den steigenden Einfuhren der mengenmäßig bedeutenden Importeure am Weltmarkt widerspiegelt. Dabei waren in erster Linie aus China und den USA Impulse zu verzeichnen. Exportseitig konnten von dieser Situation auch die Lieferanten der EU profitieren, die in der Summe betrachtet von Januar bis April des laufenden Jahres mehr Milch und Milchprodukte am Weltmarkt platziert haben.

EU-Exporte im Aufwind
In der EU haben sich Anfang 2016 insgesamt positive Tendenzen bei den Exporten von Milchprodukten abgezeichnet. Die Mitgliedsstaaten der EU-28 konnten in den ersten vier Monaten des aktuellen Jahres in der Summe betrachtet mehr Milch und Milchprodukte in Drittstaaten ausführen als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres. Dabei war die Entwicklung der einzelnen Erzeugnisse jedoch uneinheitlich. Während bei vielen Produkten die Lieferungen ausgedehnt werden konnten, haben die Exporte von Magermilchpulver die Vorjahresmengen nicht erreicht. Der Rückgang der Exporte um 8 % ist dabei im Wesentlichen auf die gesunkenen Lieferungen von Magermilchpulver aus der EU nach Algerien und Ägypten zurückzufuhren. Gleichzeitig dürften die Hersteller von Magermilchpulver aus der EU im Zuge der besseren Erlösmöglichkeiten ihre Ware vermehrt in die Intervention gelenkt haben. Ebenfalls unter Vorjahr bewegten sich die Ausfuhren von Kondensmilch und Laktose.

Im Gegensatz dazu konnten die Exporte von Butter und Butteröl deutlich ausgedehnt werden. Insgesamt stiegen die Lieferungen von Butter um ein Drittel. Ebenfalls ein sehr deutlicher Anstieg zeigte sich bei den EU-Ausfuhren von Käse. Nachdem die Exporte dieser Produktgruppen mit dem Einsetzen des Russland-Embargos einen deutlichen Dämpfer erhalten hatten, konnte sich die Situation binnen gut eineinhalb Jahren wieder normalisieren. In der Betrachtung der ersten vier Monate legten die Käseausfuhren gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um knapp 14 % zu. Damit wurde gleichzeitig das Niveau von 2014 wieder erreicht, als noch kein Importstopp seitens Russlands bestand. Der Lieferverlust wurde dabei in erster Linie durch die teils sehr deutlich gestiegenen Exporte in die USA sowie nach Japan, Saudi-Arabien und Südkorea kompensiert.

Darüber hinaus konnten bei Vollmilch- und Molkenpulver leichte Zuwächse bei den Ausfuhren ins EU-Ausland zwischen 3 und 5 % realisiert werden. Für Milch sowie Kasein und Kaseinate stiegen die Exporte um gut die Hälfte.

Wie haben sich die Exporte der EU zu Jahresbeginn 2016 entwickelt im Einzelnen und wer sind die größten Importeure am Weltmarkt? Das lesen Sie in einer ausführlichen Analyse im Onlinedienst Markt aktuell Milchwirtschaft.

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Marktexperten

Victoria Becker

Marktexpertin Milch und Milchprodukte


Tel.: (0228) 33805-103
Kontakt: AMI Expertenseite

Autorin von Artikeln und Beiträgen für die Fachpresse, gute Kontakte zur Milchbranche.

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