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Hoher Konkurrenzdruck für EU-Weizen

Hoher Konkurrenzdruck für EU-Weizen
© AMI
Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI),
08.09.2016

In Paris wird der Aufwärtstrend des Weizenkurses durch einen festen Euro sowie starke Exportkonkurrenz gestoppt. Die dagegen feste Tendenz in Chicago konnte dies nicht verhindern. An der Pariser Börse steht bereits der Dezember-Kontrakt im Fokus. Jüngst fiel dieser auf einen Tiefstand von unter 160 EUR/t, ein Niveau, auf dem er sich zuletzt Anfang Juli 2016 bewegt hatte.

Die Weizennotierungen konnten ihren Aufwärtstrend der Vorwoche nicht beibehalten und verloren zuletzt wieder. Vor allem der Fronttermin September, der am 12.09.2016 seinen letzten Tag hat, ist von viel Börsentechnik belastet und verlor in nur 3 Handelstagen rund 6 % an Wert. Auch wenn dies am Kassamarkt nicht übernommen wird, die Schwäche der Folgetermine zeigt schon Wirkung. Immerhin rutschte der Dezember-Kontrakt unter die Linie von 160 EUR/t und damit auf das Tiefpreisniveau von Anfang Juli 2016. Am Kassamarkt liegen die Prämien der Verkäufer 2 EUR/t darüber, die Kaufideen 1 EUR/t darunter. Damit wurde die Prämie um 0,50 EUR/t zurückgenommen. Das reichliche und darüber hinaus qualitativ unerwartet höhere Weizenangebot stößt auf verhaltene Nachfrage. Mühlen haben ihren Fokus auf Lieferungen ab Januar 2017 geschoben. Es scheint, das Mehlgeschäft hat auf diesen Terminen an Fahrt aufgenommen. Neben dem festen Euro belastet die restriktive Haltung der Ägypter den Weizenmarkt. Erneut wurde eine Lieferung abge-lehnt, dieses Mal aus Rumänien. Ägyptische Kontrolleure hatten im Verladehafen Mutterkorn entdeckt und die Einfuhr verweigert. Am 5.9.2016 hatte Ägypten die Null-Toleranz für Mutterkorn in Weizenlieferungen aus dem Ausland verhängt und damit die gültigen internationalen Standards verschärft. Ebenfalls für Schwäche sorgt das lebehafte Exportgeschäft der US-Amerikaner und der Schwarzmeerregion. Während in der EU-28 mit Spannung der Ausgang der Ausschreibung aus Algerien erwartet wird, laufen an den anderen Exporthäfen die Verschiffungen unerwartet lebhaft. In Russland wurde die Exportsteuer bis Juni 2018 vorerst ausge-setzt. Zudem haben dort die Weizenpreise nachgegeben und damit die Wettbewerbsfähigkeit wieder verbes-sert. Die Ukraine hat ein Geschäft über 145.000 t Weichweizen Richtung Indien abgeschlossen. Die USA hat seit dem 01.07.2016 schon 30 % mehr Weizen verschifft als im Vorjahreszeitraum.

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Marktexperten

Frau Wienke von Schenck - AMI Expertin für Getreide und Ölsaaten

Wienke von Schenck

Marktanalystin Getreide und Ölsaaten


Tel.: (0228) 33805-351
Kontakt: AMI Expertenseite

Autorin von Fachbeiträgen und Analysen zum Getreide-, Futtermittel- und Ölsaatenmarkt, Referentin auf Veranstaltungen des Agribusiness, Mitarbeit in Fachgremien