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Baukrise

Holzmarkt in schwerer Krise: Holzpreise brechen drastisch ein

Seit mehreren Monaten überfordert der Absatzeinbruch bei fast allen Holzprodukten die gesamte Branche. Sägewerke haben nach wie vor massive Absatzschwierigkeiten bei Schnittholz. Als Konsequenz musste die Produktionsmenge in den Sägewerken stark reduziert werden. Und aufgrund der schwierigen Holzmarktlage gibt es kaum noch Normalnutzungen, berichten Waldbesitzer. Zusätzlich sind die Holzpreise stark gefallen. Der Ausblick für die nächste Zeit ist nicht viel besser.

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Redaktion agrarheute, agrarheute
am Samstag, 28.10.2023 - 03:00 (1 Kommentar)

Vielfältige Gründe für die Krise am Holzmarkt

Zwei Gründe führen Waldbesitzer und Sägewerke für die Krise am Holzmarkt an. Zum einen den massiven Rückgang der Baukonjunktur, zum anderen ein Überangebot an Schnittholz in Deutschland und Europa. Gleichzeitig stehen auch die Holzpreise an den Exportmärkten unter Druck und der Absatz stockt. Auf der anderen Seite baut sich ein Überangebot an Holz auf, hauptsächlich verursacht durch den Borkenkäfer. Hinzu kommt aber auch Windwurfholz aus den Gewitterstürmen der letzten Monate. Damit sind für Waldbauern und Waldbesitzer auch in den nächsten Wochen wohl nur geringe Absatzmengen möglich. 

Bauindustrie crasht – Bau- und Industrieholz stürzt ab

Die massiven Probleme der Baubranche in Deutschland aber auch in den USA sind Hauptgründe für den Absatzeinbruch der Sägewerke. Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Jörg Dittrich, hat vor einem Kollaps der Baubranche gewarnt.  

„Das Baugewerbe mit seinen 2,33 Millionen Beschäftigten ist eine Schlüsselbranche für das Handwerk. Und dieser Sektor droht gerade komplett einzubrechen“, sagte Dittrich. Noch würden Projekte abgearbeitet, die vor mehreren Jahren beschlossen und finanziert wurden. Doch seien die Baufinanzierungen für zukünftige Projekte massiv eingebrochen. Nach Aussage Dittrichs muss die Politik dringend gegensteuern. 

Die Absatzkrise bei Bau- und Schnittholz zeigt sich auch in den so gennannten „Erzeugerpreisen für gewerbliche Produkte“. Diese spiegeln die Abgabepreise der Industrie wieder. Nach Angaben von Destatis war Holz im Juli 2023 bereits 28,9 % billiger als im Juli 2022, Verpackungsmittel aus Holz wurden 27,4 % billiger verkauft. 

 

Holzpreise massiv unter Druck

Die schwere Absatzkrise bei Bauholz wirkt sich spürbar auf die Holzpreise für Waldbesitzer aus. Einige Sägewerke bieten weiterhin nur niedrige Mischpreise an. Nach wie vor ist die Preissituation am Schnittholzmarkt sehr unübersichtlich und unterscheidet sich regional sehr stark. Bestehende Verträge wurden vereinzelt käuferseitig gekündigt. Neuverträge gibt es kaum und nur zu stark reduzierten Preisen für kurze Zeiträume. Überwiegend werden für Fichtenholz in 2b+ Qualität jetzt Preise von 80 bis 85 Euro pro Festmeter und für Käferholz von 60 bis 65 Euro pro Festmeter geboten.  

Mit dem Preissturz bei Fichte ist der Absatz von Kiefer oftmals fast völlig zum Erliegen gekommen. Für Kiefernholz 2b+ Qualität liegen die wenigen Preismeldungen zwischen 60 und 70 EUR pro Festmeter.  

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