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Milchmarkt 2016: Vom Überangebot nahezu übergangslos in die Knappheit

Milchmarkt 2016: Vom Überangebot nahezu übergangslos in die Knappheit
Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI),
20.10.2016

Nachdem der deutsche Milchmarkt im ersten Quartal aufgrund der hohen Milchanlieferung und zugleich schwachen Nachfrage von Preisrückgängen geprägt gewesen war, wendete sich die Lage ab Mai. Infolge einer zunehmenden Rohstoffknappheit befestigen sich die Erzeuger- und Produktpreise. Wie wird sich der Markt nun im vierten Quartal entwickeln?

Der deutsche Milchmarkt ist sehr schwach ins Jahr 2016 gestartet. Die Milcherzeugung im Inland sowie in weiten Teilen der EU zeigte nach wie vor steigende Tendenzen, zeitgleich fiel die Nachfrage jedoch nicht ausreichend aus, um das zusätzliche Angebot aufzunehmen. Dies hatte im ersten Quartal einen starken Wettbewerb, weitere Preisrückgänge und einen hohen Bestandsaufbau zur Folge. Zudem war die Lage am Weltmarkt anhaltend sehr schwach. Dadurch ging das Milchgeld in Deutschland und der EU bis zur Jahresmitte weiter stetig zurück.

Ab Mai kam es jedoch zu einer deutlichen Erholung an den Rohstoff- und Produktmärkten in der EU, da die Milchanlieferung nach dem Erreichen der Saisonspitze über das übliche Maß hinaus zurückgegangen ist. Dabei waren die Preisanstiege auf der Fettseite deutlich stärker ausgeprägt als auf der Eiweißseite. Ab August folgten diesen Entwicklungen auch die Preise am Weltmarkt. Seit Juli zeigte sich in Deutschland und anderen wichtigen Erzeugerländern für Milch in der EU auch eine Erholung beim Milchgeld.

Für das letzte Drittel des Jahres sind die Aussichten durchaus positiv, denn voraussichtlich wird das Rohstoffaufkommen weiterhin nur gedämpft verlaufen und die Warenverfügbarkeit daher begrenzt bleiben. Dadurch dürften sich die Produktpreise weiter fest entwickeln. Diese Rahmenbedingungen sprechen bis zum Jahresende auch für eine weitere Erholung der Erzeugerpreise.

Möglicherweise wirken sich die steigenden Auszahlungen der Molkereien schon kurzfristig wieder stimulierend auf die Milchproduktion aus. Zumindest bis zum Ende des Jahres 2016 dürfte der Markt aber auf Grund der in vielen Bereichen bestehenden Verknappungen aufnahmefähig bleiben. Im kommenden Jahr muss dann für etwaig ermolkene Mehrmengen auch zusätzliche Nachfrage vorhanden sein, um die Mehrproduktion aufzunehmen.

Eine ausführliche Analyse zur Entwicklung des Milchmarktes 2016 finden Sie in unserem Onlinedienst Markt aktuell Milchwirtschaft.

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Marktexperten

Herr Andreas Gorn - AMI Experte für Milch und Milchprodukte

Andreas Gorn

Marktanalyst Milch und Milchprodukte


Tel.: (0228) 33805-100
Kontakt: AMI Expertenseite

Intensive Kontakte zu Milcherzeugern, Molkereien und dem Handel. Mitarbeit in Fachgremien, Referent auf Fachveranstaltungen.

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