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Milchpreise: Aufschwung gewinnt an Fahrt

Milchpreise: Aufschwung gewinnt an Fahrt
© AMI
Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI),
04.11.2016

Im September haben die Erzeugerpreise für konventionell erzeugte Milch in Deutschland deutlich zugelegt. Damit haben die Milchviehbetriebe an den steigenden Erlösen auf der Verarbeitungsseite partizipiert. Dabei hat sich der Anstieg zuletzt spürbar verstärkt, nachdem es seit dem Sommer zunächst zu einer leichten Erholung gekommen war. Auch in den kommenden Monaten ist mit weiteren deutlichen Aufschlägen zu rechnen, da sich auf dem Weg zum saisonalen Tiefpunkt der Milchanlieferung an der festen Situation am Milchmarkt wenig ändern dürfte.

Nach vorläufigen Berechnungen der AMI lag das Bundesmittel im September dieses Jahres bei 25,6 Ct/kg, gültig für konventionell erzeugte Milch mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß. Das waren zum einen rund 1,7 Ct mehr als im Monat zuvor und zum anderen haben die Erzeugerpreise damit deutlich stärker angezogen als dies noch in den beiden Vormonaten der Fall gewesen war. Gleichzeitig ist der Rückstand zum Vorjahr weiter geschrumpft. Dieser betrug in der Spitze im Mai noch 6,5 Ct und ist seitdem stetig auf 2,0 Ct bis September zurückgegangen. Damit bewegen sich die Preise zwar weiterhin unter dem bereits sehr niedrigen Niveau des Jahres 2015, allerdings befindet man sich derzeit auf dem Weg raus aus dem Preistal und damit in der psychologisch gesehen angenehmeren Aufschwungphase.

Der Milchmarkt hat sich vom Käufer- zum Verkäufermarkt gedreht. Ausschlaggebend hierfür war, dass das Rohstoffaufkommen ab Mai nicht nur saisonal bedingt zurückging, sondern die Milcherzeugung, als Reaktion auf die niedrigen Erzeugerpreise, zusätzlich gedrosselt wurde. Damit rutschte der Markt vom Angebotsüberhang in ein Defizit, was produktseitig in den vergangenen Monaten zu deutlichen Preisanstiegen geführt hat. Dabei waren die ersten steigenden Tendenzen im Sommer an den Spotmärkten zu verzeichnen. Vor allem auf der Fettseite ging die Kurve steil nach oben, was im weiteren Jahresverlauf deutliche Preisanhebungen bei Butter aber auch bei Schnittkäse zur Folge hatte. Auf der Eiweißseite fielen die Zuwächse etwas moderater aus. Demgegenüber war der Frischebereich aufgrund der hier vorherrschenden langfristigen Kontrakte ins Hintertreffen geraten. So galten die niedrigen Trinkmilchpreise noch bis Ende Oktober, erst Anfang November hat der Lebensmitteleinzelhandel diese deutlich angehoben. Die unterschiedlichen Vertragslaufzeiten und Verwertungsschwerpunkte der Molkereien führen dazu, dass die Preiserhöhungen nicht alle gleichzeitig, sondern mal früher und mal später bei den Milchviehbetrieben ankommen.

Eine ausführliche Analyse zu den Preisen für konventionell erzeugte Milch einschließlich einer regionalen Betrachtung finden Sie in unserem Onlinedienst Markt aktuell Milchwirtschaft. Daneben stellen wir Ihnen folgende Excel-Tabellen zum Download zur Verfügung:

  • Preise für konventionell erzeugte Kuhmilch 2015/2016 mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß bis September
  • Preise für konventionell erzeugte Kuhmilch 2015/2016 mit natürlichen Inhaltsstoffen bis August
  • Preise für ökologisch/biologisch erzeugte Kuhmilch 2015/2016 mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß bis September

Sie sind noch kein Kunde und möchten vom Expertenwissen der AMI profitieren? Dann nutzen Sie die Bestellmöglichkeiten in unserem Shop, und sichern Sie sich noch heute Ihren persönlichen Zugang zum Markt aktuell Milchwirtschaft.

Marktexperten

Dr. Kerstin Keunecke - AMI Experte für Milch und Milchprodukte

Dr. Kerstin Keunecke

Marktanalystin Milch und Milchprodukte


Tel.: (0228) 33805-101
Kontakt: AMI Expertenseite

Autorin von Fachbeiträgen und Produktstudien zum Milchmarkt, Analystin für den Milchpreisvergleich, vielfältige Kontakte zu Molkereien und Unternehmen der Milchbranche.