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Milchpreise: Talfahrt im Juni gebremst

© AMI
Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI),
02.08.2016

Die Erzeugerpreise für konventionell erzeugte Milch sind im Juni weniger stark gefallen als in den vergangenen Monaten. Damit hat die leichte Entspannung am Milchmarkt erste Auswirkungen auch auf der Erzeugerebene gezeigt. Zwar ging der Milchpreis im Juni im bundesweiten Schnitt nochmals zurück, immer mehr Molkereien haben ihre Preise jedoch konstant gehalten. Einige zahlten erstmals seit langem wieder mehr aus als im Monat zuvor.

Nach vorläufigen Schätzungen der AMI sank das Bundesmittel für konventionell erzeugte Milch mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß im Juni um 0,3 Ct auf 22,8 Ct/kg. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Abstand im Berichtsmonat auf 6,0 Ct verkürzt, nachdem er in den vorangegangenen Monaten kontinuierlich gestiegen war. Für das erste Halbjahr von 2016 ergibt sich ein Durchschnittspreis von 25,1 Ct/kg. Das entspricht gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum einem Minus von 4,6 Ct.

 Mit dem leichten Rückgang im Juni bewegten sich die Preise knapp über dem Allzeittief aus dem Sommer des Jahres 2009, das bei 22,7 Ct/kg lag. Allerdings hat die amtliche Statistik damals noch nicht zwischen den verschiedenen Milcharten differenziert. Der Bio-Anteil im Preis über alle Milcharten belief sich 2009 schätzungsweise auf knapp 0,3 Ct/kg, somit läge der bisherige Tiefstpreis im konventionellen Bereich bei etwa 22,4 Ct/kg. In Anbetracht der schwierigen Lage auf den Höfen, dürfte es den Milchviehhaltern jedoch gleich sein, ob nun ein neues Allzeittief erreicht wurde oder nicht.

Zeichen stehen auf Erholung

Am deutschen Milchmarkt hat sich die Entspannung auf der Verarbeitungsebene fortgesetzt. Bei Blockbutter, Schnittkäse sowie bei Milch- und Molkenpulver überwogen in den vergangenen Wochen stabile bis festere Tendenzen. So hat sich Magermilchpulver mittlerweile leicht vom Interventionsniveau abgesetzt. Die Preise für Schnittkäse liegen zwar nach wie vor auf einem im langjährigen Vergleich unterdurchschnittlichen Niveau, bewegen sich jedoch nicht mehr auf den Tiefständen von um die 2,00 EUR/kg wie im Frühjahr dieses Jahres. Zudem gab es bei abgepackter Butter einen deutlichen Preisanstieg. In der Regel reagieren die Erzeugerpreise mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung auf die Entwicklungen an den Produktmärkten. Ursache hierfür sind die auf niedrigerem Niveau abgeschlossenen, teils längerfristigen Kontrakte, die bei den Molkereien in den Büchern stehen. Soweit die derzeitige Erholung am Milchmarkt anhält, dürften in der kommenden Zeit auch auf Erzeugerebene stabile bis steigende Tendenzen zunehmen. So haben einzelne Molkereien für den Juli angekündigt, ein zumindest konstantes Milchgeld zu zahlen. Allerdings bedarf es einer weiteren Anpassung des Angebotes und zusätzlicher Nachfrageimpulse, um eine nachhaltige Stabilisierung der Preise zu erreichen. Kippt die Situation und es wird wieder mehr Milch produziert als die Nachfrage aufnehmen kann, dann ist die Erholung schnell dahin.

Eine ausführliche Analyse zu den Preisen für konventionell erzeugte Milch einschließlich einer regionalen Betrachtung finden Sie in unserem Onlinedienst Markt aktuell Milchwirtschaft. Daneben stellen wir Ihnen folgende Excel-Tabellen zum Download zur Verfügung:

  •  Preise für konventionell erzeugte Kuhmilch 2015/2016 mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß bis Juni
  • Preise für konventionell erzeugte Kuhmilch 2015/2016 mit natürlichen Inhaltsstoffen bis Mai
  •  Preise für ökologisch/biologisch erzeugte Kuhmilch 2015/2016 mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß bis Juni

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Marktexperten

Dr. Kerstin Keunecke - AMI Experte für Milch und Milchprodukte

Dr. Kerstin Keunecke

Marktanalystin Milch und Milchprodukte


Tel.: (0228) 33805-101
Kontakt: AMI Expertenseite

Autorin von Fachbeiträgen und Produktstudien zum Milchmarkt, Analystin für den Milchpreisvergleich, vielfältige Kontakte zu Molkereien und Unternehmen der Milchbranche.