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Milchpreise: Talfahrt setzt sich fort

© AMI
Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI),
02.06.2016

Im April haben die konventionell wirtschaftenden Milchviehhalter in Deutschland einen weiteren Rückschlag erlitten. Der nunmehr seit Monaten andauernde Rückgang der Erzeugerpreise hat sich verstärkt. Und auch für den Monat Mai ist, aufgrund der Absenkung der Verbraucherpreise für Trinkmilch im Lebensmitteleinzelhandel, mit weiteren Abschlägen auf Erzeugerseite zu rechnen.

Abstand zwischen den Verwertungen verringert
Bereits seit Monaten befinden sich die Erzeugerpreise für konventionell erzeugte Milch auf Talfahrt. Die Ursache hierfür ist in dem Preisverfall an den Märkten für Milch und Milchprodukte zu sehen, der wiederum eine Folge des Ungleichgewichtes zwischen Angebot und Nachfrage ist. Das Überangebot an Milch hat nicht nur die Spotpreise in die Knie gezwungen, auch Pulverprodukte, Käse und Butter sind auf ein historisch niedriges Niveau gesunken. Demgegenüber waren die Preise für Milchfrischprodukte aufgrund der langfristigen Kontraktlaufzeiten hingegen weitgehend stabil. Den Gesetzen des Marktes folgend, kam es in den jüngsten Verhandlungen zwischen Molkereien und Lebensmitteleinzelhandel allerdings zu einer Reduzierung der Abgabepreise. Dabei hat der Handel diese zeitnah an die Verbraucher weitergegeben und so sanken beispielsweise die Ladenpreise für fettarme Trinkmilch im Einstiegssegment durchschnittlich um 13,0 Ct auf 42,0 Ct/kg. Damit hat sich der Abstand zwischen den einzelnen Verwertungen zwar etwas nivelliert, allerdings nicht von der aus Erzeugersicht wünschenswerten Seite. Nicht die ins Hintertreffen geratenen Käsepreise haben aufgeholt, sondern die Trinkmilchverwertung ist ihnen sozusagen von oben entgegengekommen.

Nach ersten Schätzungen der AMI zahlten die Molkereien im April im bundesweiten Mittel rund 24,5 Ct/kg für konventionell erzeugte Milch mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß. Das waren etwa 1,3 Ct weniger als im Monat zuvor. Im langjährigen Vergleich bewegen sich die Preise derzeit auf dem Niveau vom Herbst des Jahres 2009, wobei der Tiefpunkt damals im Juli mit 22,7 Ct/kg erreicht worden war. Um zu verhindern, dass die Preise auf dieses Niveau sinken, müsste kurzfristig eine sehr kräftige Erholung einsetzten. Zwar haben sich die Preise an den Spotmärkten und für Commodities in den vergangenen Wochen leicht stabilisiert, allerdings auf sehr niedrigem Niveau und auf tönernen Füßen. Zudem reagieren die Milcherzeugerpreise mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung. Ob die Stabilisierung zu einer Wende führt, wird davon abhängen, wie sich die Milchmengen in den kommenden Monaten entwickeln werden.

Eine ausführliche Analyse zu den Preisen für konventionell erzeugte Milch einschließlich einer regionalen Betrachtung finden Sie in unserem Onlinedienst Markt aktuell Milchwirtschaft. Daneben stellen wir Ihnen folgende Excel-Tabellen zum Download zur Verfügung:

  • Preise für konventionell erzeugte Kuhmilch 2015/2016 mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß bis April
  • Preise für konventionell erzeugte Kuhmilch 2015/2016 mit natürlichen Inhaltsstoffen bis März
  • Preise für ökologisch/biologisch erzeugte Kuhmilch 2015/2016 mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß bis April

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Marktexperten

Dr. Kerstin Keunecke - AMI Experte für Milch und Milchprodukte

Dr. Kerstin Keunecke

Marktanalystin Milch und Milchprodukte


Tel.: (0228) 33805-101
Kontakt: AMI Expertenseite

Autorin von Fachbeiträgen und Produktstudien zum Milchmarkt, Analystin für den Milchpreisvergleich, vielfältige Kontakte zu Molkereien und Unternehmen der Milchbranche.