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Milchpreise: Tiefpunkt noch nicht erreicht

© AMI
Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI),
02.05.2016

Die Preise für konventionell erzeugte Milch haben im März, nach den Verlusten in den vergangenen Monaten, weiter nachgegeben. Dabei hat sich einerseits der Rückgang zuletzt verstärkt und andererseits dürfte die Talfahrt damit noch nicht beendet sein, da sich an den Märkten für Milch und Milchprodukte derzeit keine Erholung abzeichnet.

Nachdem in allen wichtigen Produktkategorien in den zurückliegenden Monaten erhebliche Einbußen zu verzeichnen waren, standen zuletzt auch die Verhandlungen für den Frischebereich unter ungünstigen Vorzeichen. Dem Vernehmen nach zeichnet sich hier eine Reduzierung der Verbraucherpreise für Konsummilch ab, was sich entsprechend auf der Erzeugerebene auswirken dürfte.

Nach ersten Schätzungen der AMI sanken die Milchpreise im März durchschnittlich um 1,0 Ct, sodass sich das bundesweite Mittel für konventionell erzeugte Milch mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß auf 25,8 Ct/kg belief. Damit nähern sich die Erzeugerpreise immer weiter den bisherigen Tiefstwerten des Krisenjahres 2009 an, die mit 22,68 Ct/kg im Juli zu einem Allzeittief geführt haben. Erst in der zweiten Jahreshälfte von 2009 setzte allmählich eine Erholung ein, allerdings dauerte es noch ganze elf Monate bis die Preise wieder über die 30-Cent-Marke kletterten. Wenn es 2016 ähnlich liefe, dann wären die Preise erst im Frühjahr von 2017 wieder bei 30 Cent, allerdings zeichnet sich die dafür notwendige Erholung derzeit nicht ab. Das hohe Angebot drückt seit Monaten auf die Preise, so ließen sich beispielsweise im April an den Spotmärkten lediglich zwischen 15 und 16 Ct für ein Kilogramm Milch erzielen. Damit sind die Aussichten für die deutschen Milcherzeuger weiterhin trübe.

Im März des laufenden Jahres hat sich der Rückstand gegenüber dem Vorjahresmonat deutlich vergrößert. Neben den aktuellen Verlusten liegt die Ursache hierfür in der leichten Erholung der Preise im vergleichbaren Zeitraum von 2015. Die drohende hohe Superabgabe im letzten Quotenjahr hatte die Milcherzeuger in Deutschland und in anderen Mitgliedsstaaten der EU veranlasst, die Produktion einzuschränken. Infolge des geringeren Angebotes konnte sich der Milchmarkt leicht erholen und im Zuge dessen kam es auch bei den Milcherzeugerpreisen zu einer Stabilisierung.
Eine ausführliche Analyse zu den Preisen für konventionell erzeugte Milch einschließlich einer regionalen Betrachtung finden Sie in unserem Onlinedienst Markt aktuell Milchwirtschaft. Daneben stellen wir Ihnen folgende Excel-Tabellen zum Download zur Verfügung:

  • Preise für konventionell erzeugte Kuhmilch 2015/2016 mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß bis März
  • Preise für konventionell erzeugte Kuhmilch 2015/2016 mit natürlichen Inhaltsstoffen bis Februar
  • Preise für ökologisch/biologisch erzeugte Kuhmilch 2015/2016 mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß bis März

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Marktexperten

Dr. Kerstin Keunecke - AMI Experte für Milch und Milchprodukte

Dr. Kerstin Keunecke

Marktanalystin Milch und Milchprodukte


Tel.: (0228) 33805-101
Kontakt: AMI Expertenseite

Autorin von Fachbeiträgen und Produktstudien zum Milchmarkt, Analystin für den Milchpreisvergleich, vielfältige Kontakte zu Molkereien und Unternehmen der Milchbranche.